Mekkabalsam
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Melonen
und Geschmack sind ähnlich wie bei der Angelikawurzel,
aromatisch, beißend gewürzhaft. Die
im Herbst von zwei- bis dreijährigen ausschließlich
wild wachsenden Pflanzen zu sammelnden
Wurzeln werden aus der Schweiz, dem Riesengebirge
sowie einigen anderen Orten in den
Handel gebracht und zur Herstellung von Tierheilmitteln
sowie von bittern Likören benutzt.
Die M. enthält 0,2—1,40/0 ätherisches Öl, Imperatorin,
Ostruthin u. a. Bitterstoffe. Sie ist dem
Insektenfraß sehr unterworfen und muß daher in
gut verschlossenen Gefäßen und an trockenen
Orten aufbewahrt werden.
Mekkabalsam (Opobalsam, lat. Baisamum
de mecca, frz. Baume de mecque, engl. Balsam
of mecca), ein Balsamharz, wird in dem arabischen
Küstengebiete von einem Baume, Balsamodendron
gileadense, gewonnen, aus
dessen Stamm es teils freiwillig, teils durch
künstliche Einschnitte ausfließt. Er bildet eine
braunrötliche, trübe Masse von der Konsistenz
des venezianischen Terpentins und an Rosmarin
und Zitronen erinnerndem Geruch und wird für
Parfümzwecke sowie im Orient medizinisch benutzt.
Melado. Unter diesem Namen kommt von
Westindien ein stark eingedickter Zuckerrohrsaft
in den Handel, der unterwegs größtenteils
kristallinisch erstarrt und in europäischen Raffinerien
gereinigt und auf Hutzucker verarbeitet
wird.
Melasse nannte man ursprünglich den braunen,
sirupartigen Rückstand von der Herstellung
des Zuckers aus Zuckerrohr. In neuerer Zeit
versteht man fast nur noch die Endsirupe der
Rübenzuckerfabriken darunter, die zwar noch erhebliche
Mengen Zucker enthalten, deren gleichzeitig
hoher Salzgehalt aber die Abscheidung
des Zuckers durch einfache Kristallisation verhindert.
Die verschiedenen, zur Gewinnung des
Zuckers vorgeschlagenen Verfahren, welche teils
auf der Auslaugung (Diffusion oder Osmose),
teils auf der Darstellung von Kalk-, Strontian-°der
Barytsaccharat beruhen, scheinen zurzeit
kaum noch praktische Bedeutung zu haben.
Vielmehr wird die meiste M. jetzt, besonders
Ir n Gemisch mit Torf, Häcksel oder Rübenschnitzeln,
als Viehfutter oder zur Branntweinbrennerei
benutzt.
Melilotenkraut (lat. Herba meliloti, frz. Somteitd
fleurie de mölilot, engl. Melilot) stammt
dem wohlriechenden gelben Steinklee
Welilotus off icinalis), einer zweijährigen
Pflanze mit kleeartigen Blättern und gelben
Schmetterlingsblüten, die sich mehr oder weniger
häufig, überall an Wegen, Rainen und auf
tepekenen Wiesen vorfindet. Der Geruch der
Rischen Pflanze, die blühend eingesammelt wird,
ls f schwach honigartig. Beim Trocknen aber
Ritt ein starker, angenehmer Geruch auf, welc
“er auf der Anwesenheit von an Melilotsäure
gebundenem Kumarin beruht. Das Kraut dient
gepulvert zu erweichenden Umschlägen und zur
htarsteiiung des Melilotenpflasters, ferner in
größeren Mengen zur Parfümierung von Schnupfabak,
an Stelle der Tonkabohnen. Eine besondere
Art, Melilotus coeruleus, wird in
aer Schweiz zur Bereitung des Kräuterkäses
Ve rwandt.
-^t e r c ks Warenlexikon.
Melissenkraut (lat. Herba seu Folia melissae,
frz. Feuilles de mdlisse, engl. Balm leaves). Die
Melisse (Melissa officinalis), eine ausdauernde
Labiate, die in den Gebirgen des mittleren und
südlichen Europa wild wächst, zeigt oberseits
dunkel-, unten hellgrüne, mit einzelnen steifen
Haaren besetzte, eirunde, langgestielte, gekerbte
Blätter und weiße Lippenblüten. Das Kraut wird
kurz vor der Blüte geschnitten, im Schatten rasch
getrocknet und unter gutem Verschluß aufbewahrt.
Man benutzt es im Haushalt bisweilen
zur Darstellung eines wohlschmeckenden Tees,
offizinell als aromatisches und nervenstärkendes
Mittel. Die bei uns in Gärten, für Handelszwecke
in Thüringen auch auf Feldern gezogene
Zitronenmelisse ist lediglich eine botanische
Spielart (var. citrata), die sich durch starken
zitronenähnlichen Geruch auszeichnet. — Die offizinelle
Pflanze enthält bis zu etwa 0,1 °/o ätheri
sches Öl (Melissenöl, lat. Oleum melissae,
frz. Essence de mdlisse, engl. Balm oil),
das bei schwacher Destillation mit Wasser gelöst
bleibt (Melissenwasser, lat. Aqua melissae,
frz. Eau distillde de mdlisse, engl. Balm
water), bei wiederholtem Destillieren über mehrere
Posten Kraut aber frei auf dem Wasser
schwimmend erhalten wird. Das Öl ist von
starkem Aroma, findet aber seines hohen Preises
wegen in der Parfümerie keine Anwendung.
Das Melissenöl des Flandels ist kein reines
Destillat der Melisse, sondern entweder ein über
Melissenkraut destilliertes Zitronenöl oder Zitronellöl
oder aber nur ein fraktioniertes Zitronellöl.
Durch Destillation des Krautes nebst
anderen würzhaften Stoffen mit Weingeist wird
der Melissengeist oder Karmelitergeist dargestellt,
der sowohl als Parfüm wie zu medizinischem
Gebrauch dient.
Melonen (Arbuse, frz. und engl. Melon) sind
die Früchte einer zu den Gurkengewächsen
(Kukurbitazeen) gehörenden Pflanze, Cucumis
me Io, die in Asien und Afrika heimisch ist
und noch jetzt wild wachsend angetroffen wird,
ihren eigentlichen Wohlgeschmack aber erst in
angebautem Zustande erlangt. Ihr Name leitet
sich von der griechischen Insel Melos, dem
jetzigen Milo ab. Die M. war schon den alten
Phöniziern bekannt, wurde von den Arabern
nach Spanien eingeführt und wird jetzt in allen
Mittelmeerländern, besonders Italien sowie auch
in Ungarn angebaut, während die Früchte bei
uns wegen ihres hohen Wärmebedarfs nur in
Treibhauskultur gedeihen. Die M. kommen in
zahlreichen, durch Form, Größe, Farbe und
Zeichnung der Oberfläche unterschiedenen Spielarten
in den Verkehr. Es gibt rot-, gelb-, grünund
weißfleischige, glatte, gerippte oder mit
Netzgeflecht überzogene, klein- und großfrüchtige
Sorten. Die besten italienischen M., nach
dem päpstlichen Schlosse Cantalupo in der Mark
Ankona auch Kantalupen, sonst Zatte, genannt,
sind j^lattgedrückt und runzelig und besitzen
ein orangerotes oder grünliches, sehr
zuckerreiches und aromatisches Fleisch. Von
anderen Sorten sind zu nennen die ungarische
Theißperle, die Turkestan-M., die Zuckerund
Malteser-M., die außerordentlich aromatische
Ananas-M. von Athen, die grünfleischige
türkische M., die griechische Königs-M. und
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