Full text: Wirtschaftsführung und Finanzwesen bei den englischen Eisenbahnen

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Vorwort 
In der Organisation der englischen Eisenbahnen ist von be- 
sonderem Interesse, daß, wie auch vielfach sonst im Ausland, 
die ganze Verwaltung in Abteilungen (departments) zerfällt, so daß 
eine Zusammenfassung aller wesentlichen Geschäfte an einer der 
Hauptstelle unterstehenden Stelle (Direktion) nicht mehr Platz 
greift. Die Nachteile eines solchen Systems für deutsche Verhältnisse 
sind so oft erörtert worden, daß hierüber nichts weiteres zu bemerkenist. 
Neben den durch den eigentlichen Finanzdienst erforderten 
Arbeiten besteht eine gut ausgebildete Statistik. Ansätze zu einer 
vertieften Selbstkostenermittlung gibt es auf einer Reihe von Fach- 
gebieten. Es besteht aber kein einheitliches und zusammenfassendes 
System, wie es die Betriebskostenrechnung in Deutschland darstellt. 
Das nteresse jür ausländische Einrichtungen ist in England 
nicht allzu groß. Man beschäftigt sich in gewissem Umfang mit 
den amerikanischen Verhältnissen, neuerdings besteht auch in Ver- 
bindung mit der Londoner Universität ein besonderes Büro, “‘ Railway 
Research Service”, zur Beschaffung von Material über die aus- 
ländischen Eisenbahnen. 
Die Literatur über die hier behandelten Fragen ist spärlich. 
So viel amerikanische Bücher es über die Eisenbahnfinanzen gibt, 
so wenig englische sind vorhanden. Außer dem Buch: 
‘The Elements of Railway Ecomomics’”’ von Sir William Acworth, 
Oxford at the Clarendon Preß 1924 *) 
gibt es nur veraltete Werke oder solche, die die hier erörterten 
Fragen nicht oder nur unvollkommen behandeln, 
Die nachfolgenden Darlegungen sollen neben der Behandlung 
der allgemeinen Grundsätze und Methoden der Wirtschaftsführung 
besonders diejenigen Punkte näher darstellen, die zurzeit wegen 
des ‘Standes unserer Reformarbeiten auf finanziellem Gebiete 
Interesse beanspruchen. 
Meine Beobachtungen beziehen sich — das möchte noch hervor- 
zuheben sein — vorzugsweise auf den Dienst bei der LM SS. 
Im Anhang sind einige wichtige Formblätter abgedruckt, 
die in ihrer Art charakteristisch sind für die Methode, in der man 
sich mit den formellen Schwierigkeiten abfindet. 
Berlin, im Juni 1928 
Dr. Homberger 
...*) Aus dem Englischen übertragen von Dr. Heinrich Wittek, Eisenbahn- 
minister a. D., veröffentlicht im Verlag von Julius Springer, 1926, Wien und Berlin,
	        
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