jetzt möglich, da der Getreideaußenhandel in der Hand der Mühlenvereinigung
und ihrer Getreideimportgesellschaft fast monopolisiert
ist, Nicht allein die Verarbeitung, sondern auch die Ein- und Ausuhr
von Getreide geht jetzt, wie die „Deutsche Tageszeitung”
jubelnd bemerkt, „in die Hände vonder Landwirtschaft
lahestehenden Bankinstituten über”. Und unter Bezugnahme
auf das Beispiel des großen kanadischen Weizenpools
Schreiht sie:
„Wenn jetzt bei einem so großen Mühlen- und Getreidehandelskonzern
die landwirtschaftlichen Kreise maßgebenden Einfluß erlangen, so ist
damit ein Zielerreicht, von dem sich Wegenach dem’ verschiedensten
Richtungen eröffnen.”
So ist denn also überraschend schnell zur Wahrheit geworden,
Was die Kommunisten schon vor zwei Jahren bei Gründung der
Deutschen Getreidehandelsgesellschaft vorausgesagt haben, Mit
Hilfe staatlicher Subventionen aus den Taschen der Steuerzahler
(Rentenbankkreditanstalt und Preußenkasse arbeiten in der Hauptsache
mit öffentlichen Geldern) wird ein privatkapitalistisches
Monopol auf dem Getreide- und Mehlmarkt geschaffen,
ein Monopol, das ungehemmt die Brotpreise hochtreiben und die
Wwerktätigen Massen auswuchern kann, Und dieser organisierte Getreidewucher
geschieht mit Unterstützung sowohl der Preußenregietung,
als auch der neuen Reichsregierung, mit Unterstützung also
der Sozialdemokraten.
IV.
Der innere Prozeß der Rationalisierung
Die neue Phase der kapitalistischen Landwirtschaft in Deutschland
hat bereits eine Reihe charakteristischer Veränderungen sowohl
in‘ der Struktur der Betriebe, wie in der Organisätion der Wirtschaft
hervorgerufen. Man ist aus dem Stadium der Studienkommissionen
und Diskussionen, wie sie 1925 und 1926 lebhaft gepflegt wurden,
herausgekommen und hat neue Wege in der Praxis beschritten. Wir
können diese neuen Wege hier nur kurz andeuten,
a) Verschärfle Ausbeutung
Wie in der Industrie, so haben auch die Unternehmer in der Land-Wirtschaft
die „Rationalisierung“ mit der verschärften: A u sbeutung
der menschlichen Arbeitskräfte begonnen, Bei einer
außerordentlich geringen Steigerung der Nominallöhne um etwa
10 Prozent ist die Arbeitsleistung zum Teil, so auf vielen Gütern
Mitteldeutschlands, um 25—30 Prozent der Vorkriegsleistung .gesteigert
worden. Diese erhöhte Arbeitsleistung wird erzielt weniger
durch Arbeitszeitverlängerung — die Landarbeitsordnung läßt schon
Seit 1919 10-—12stündige Arbeitszeiten im Sommer zu —. als