Contents: Die Industrialisierung der deutschen Landwirtschaft, eine neue Phase kapitalistischer Monopolherrschaft

massenhaft ländliche Elektrizitätsgenossenschaften ins Leben ge- 
rufen, zum Teil mit eigenen kleinen Kraftanlagen, Viele gingen 
wieder ein oder wurden zusammengelegt, Die Genossenschafts- 
statistik gibt kein brauchbares Bild über diese Entwicklung. Einen 
gewissen Anhalt gibt die Tatsache, daß 1926 in Brandenburg den 
Elektrizitätsgenossenschaften bereits 21 000 Mitglieder angeschlossen 
waren. Der Stromverbrauch stieg von 5018 979 Kilowattstunden in 
1925 auf 6183 178 Kilowattstunden in 1926, also um 22. Prozent. 
Im ganzen waren 1925 vorhanden 703237 Betriebe, welche 
Kraftmaschinen (Antriebskraftmaschinen und Kraftfahrzeuge) 
verwenden. Im Klein- und Mittelbetrieb bis zu 50 Hektar über- 
wiegen die Elektromotoren {zum Dreschen, Häckselschneiden, 
Pumpen) — also sogenannte Sekundärkraftmaschinen. (Ueber 
600000 dieser Betriebe haben Elektromotoren.) In den Groß- 
betrieben über 50 Hektar, vor allem in den Großbetrieben über 
200 Hektar, werden die Dampfmasc hinen, daneben natürlich 
auch Elektromotoren und Leichtkraftmaschinen und Elektrogenera- 
toren verwendet. 59,9 Prozent aller Großbetriebe über 200 Hektar 
benutzen Dampfmaschinen, Nicht mit Unrecht erklärte Brauer auf 
der Tagung des Verbandes der Deutschen Landmaschinenindustrie in 
Dortmund 1927; „Landwirtschaft ist in allen ihren Verrichtungen 
Technik schlechthin.” 
Die Entwicklung der Anwendung mechanischer Kraft 
in der deutschen Landwirtschaft geht aus folgenden Zahlen hervor: 
Betriebe mit: 1907 1925 
Sämaschinen aller Art 257 463 543 705 
Mähmaschinen ‚ ss 270 340 938 926 
Kartoffelerntemaschinen 10.283 175 949 
Hackmaschinen 13 404 135 388 
Milchzentrifugen 304 595 ‚1419 847 
Die Zahl der Dreschmaschinen verwendenden Betriebe ist mit 
etwa 1,3 Millionen sich gleich geblieben. Die Zahl der Dampfpflüge 
verwendenden Betriebe ist von 2239 auf 1618 zurückgegangen. dafür 
werden aber mehr Motorpflüge verwandt. 
In den bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben unter 
20 Hektar hat die Verwendung von Sä-, Hack- und Mähmaschinen, 
die durch tierische Kraft gezogen werden, in der genannten Zeit 
wie folgt zugenommen: Während 1907 85 321 Sämaschinen in Klein- 
betrieben verwendet wurden, betrug die Zahl 1925 317 357. Die 
Steigerung war also 370 Prozent. Die Zahl der Hackmaschinen in 
Kleinbetrieben stieg um 65273 auf 70128, also um. 1440 Prozent, 
Die Zahl der Mähmaschinen in den Kleinbetrieben stieg um 448 220 
auf 571 108, also um 460 Prozent. Die Zahl der Dreschmaschinen 
Stieg von 313 609 auf 863 924, also um 160 Prozent, Die Zahlen be- 
weisen, daß immer noch die große Mehrheit der etwa 2 Millionen 
zählenden bäuerlichen Familienbetriebe ohne mechanische Kraft 
sind. Insbesondere gilt dies für die Verwertung der Hackmaschinen. 
Welche gewaltigen Ersparnisse der Großbetrieb durch die 
richtige Verwertung mechanischer Kraft machen kann, zeigt die
	        
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