reits machen sich deutliche Anzeichen einer Umschichtung
der Produktion bemerkbar, Gemäß dem Industrialisierungs-
programm des Finanzkapitals, unter Ausnützung der steigenden
Schutzzölle auf „Veredlungsprodukte‘ sowie der Ausfuhrprämien
und staatlichen Valorisationsmaßnahmen, in engster Verbindung auch
mit den Agrarstoffe verarbeitenden Industrien gehen die Groß-
Betriebe mehr und mehr zur Schweine- und Milchproduktion (Grün-
landbewegung!) verbunden mit dem Anbau hochwertiger Handels-
pflanzen und Futtermittel über. Dies bedeutet, daß jene historische
„Arbeitsteilung“, auf der die Theorie Davids fußt, allmählich ver-
schwindet und die kapitalistische Konkurrenz dem deutschen Bauern
nicht mehr allein in Gestalt‘ der standardisierten Auslandsware,
sondern der im Inland fabrikmäßig hergestellten Veredlungsprodukte
auf den Leib rückt. Selbst der lokale Wochenmarkt und der Kunden-
absatz in den Kleinstädten werden dem Bauern streitig gemacht.
Der Bauer kann sich aber nicht dagegen wehren, denn alle Einkäufe,
die der kleine Bauer machen muß, werden teurer bezahlt, als die
Einkäufe des Großunternehmers, die Preise, die der kleine Bauer
erzielt, sind aber durchschnittlich geringer, es sei denn, daß sein Hof
sich im ersten Thünenschen Ring, in nächster Nähe eines Industrie-
zentrums befindet, -
Die Ergebnisse der Bodenbenutzungserhebung vom
Jahre 1927 lassen ebenfalls die beginnende Umschichtung in der Pro-
duktion schon deutlich erkennen, Nach Mitteilungen des Statisti-
schen Amtes ist die als Ackerland genutzte Fläche des Deutschen
Reiches 1927 gegen das letzte Vorkriegsjahr 1913 von 21,5 Mil-
lionen Hektar auf 20,7 Millionen Hektar zurückge-
Sangen. Der wesentlichste Rückgang entfällt auf Getrei de,
dessen Anbaufläche von 12 Millionen Hektar auf 11 Millionen
Hektar verringert ist. Innerhalb der Getreidearten ist insofern eine
Verschiebun g eingetreten, alsWeizen, Winterirucht im Jahre 1927
auf 1,60 gegenüber 1,49 Millionen Hektar im Jahre 1913 und Sommer-
frucht auf 0,16 gegen 0,21 Millionen Hektar gebaut wurde, während
die Anbaufläche für Roggen Winterfrucht auf
163 gegenüber 522 Millionen Hektar und für
Sommerfrucht auf 0,1 Millionen Hektar zurück-
Segangen ist, Auch die Haferanbaufläche zeigt mit 3,49 gegen-
über 3,93 Millionen Hektar eine Abnahme, Bei Gerste zeigt sich
für Winterfrucht eine Zunahme auf 0,17 (0,05) Millionen Hektar und
für Sommerfrucht eine Abnahme auf 1,31 gegenüber 1,38 Millionen
Hektar, Hülsenfrüchte wurden auf einer. Fläche von 0,58 (1913 0,50)
Millionen Hektar angebaut. Von der mit Hackfrüchten benutzten
Fläche von 4,29 (4,12) Millionen Hektar entfallen 2,81 Millionen
Hektar gegenüber 2,84 Millionen Hektar im letzten Vorkriegsjahr
auf Kartoffeln, 0,45 (0,48) Millionen auf Zuckerrüben und 0,7 1 (0,5 5)
Millionen Hektar auf Runkelrüben,. Für Gemüse
Wurden im Jahre 1927 0,13 Millionen Hektar gegenüber
d12 Hektar im Jahre 1913 benutzt. Mit Futterpflanzen
Waren 2.40 (2.27 Millionen Hektar bepflanzt. . Davon 1.39 (1.74)