Object: Die Werttheorie und das Problem des "Konstanten" (Technischen) Kapitals

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glücklich viele Marxisten eine andere Ableitung an, hinter 
der sich ein nicht weniger schwerwiegender Sofismus ver- 
birgt. 
Sie sagen, daß, wenn wegen der Notwendigkeit den Un- 
ternehmern, die in «konstu.ntes» Kapital eine verhältnismäßig 
größere Rate des Gesamtkapitals anlegen, einen Profit zu 
sichern, der wirkliche Preis (Produktionskosten) der ein- 
zelnen Waren höher oder niedriger wird als ihr Wert sein 
sollte, diese Plus- oder Minus-Unterschiede verschwinden, 
sobald man alle Produktionskosten zusammenzählt, so daß 
die Gesamtsumme dann mit der Gesamtsumme der Werte 
übereinstimmt, was sich ergeben würde, wenn die Werte 
nach der Arbeit gemessen werden würden. 
Dies ist tatsächlich die Schlußfolgerung, wie wır sıe am 
Ende des zweiten Kapitels zitiert haben: «... Und in dieser 
Weise ist... — die Totalität aller Produktionszweige betrach- 
tet — die Summe der Produktionspreise der produzierten 
Waren gleich der Summe ihrer Werte». 
b) Unhaltbarkeit des Begriffes von_Wertsummen. 
Die ganze Argumentation beruht hier auf dem Begriff 
der «Tauschwertsummen». Aber ein derartiger Begriff ist in 
sich widerspruchsvoll und unhaltbar. 
Solange man von Gesamtwerten spricht, ist es erlaubt, 
wenn auch nicht gerade ihre Summe darunter zu verstehen, 
— man kann nur gleichartige Quantitäten zusammenzählen, 
und die Produkte sind in Wirklichkeit unendlich verschie- 
denartig — so doch ein Verzeichnis oder Gesamtinventar 
von ihnen. Aber wenn man zu Tauschwerten übergeht, ist 
die Sache sehr anders. 
Der Tauschwert ist seiner Definition nach eine Bezie- 
hung zwischen zwei Quantitäten oder zwischen zwei Waren. 
Er drückt daher eine Gegenüberstellung einer Größe zur 
andern, einer Ware zur andern aus. Wenn man beansprucht, 
die beiden Größen zu addieren, fällt die Gegenüberstellung 
dadurch allein schon zusammen, und die Beziehung ver- 
schwindet. 
Wenn man verschiedene Verhältnisse hat, z. B. das Ver- 
hältnis a zu b, und c zu d,. so kann man — unter gewissen 
Bedingungen, von denen hier nicht weiter gesprochen zu 
werden braucht, — die entsprechenden Größen addieren und 
feststellen, daß z. B. atc noch in einer gewissen Beziehung 
zu b+d steht. Aber wenn man alle vier Größen direkt mit- 
einander addieren will, besteht sofort keinerlei Beziehung 
mehr. 
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