Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

usw. auf die produktiven Werkstätten umgelegt werden muß, 
um deren wahre Gesamtkosten zu erkennen. Auch hier kann 
der Schlüssel der Umlegung gänzlich verschieden gewählt 
werden; am einfachsten und beliebtesten ist die Umlegung 
im . Verhältnis der in den einzelnen Werkstätten ent- 
stehenden produktiven oder direkten Löhne. Oft unterteilt 
man weitgehend, indem man etwa die Unkosten des Roh- 
stofflagers nur denjenigen Werkstätten belastet, welche mit 
ihm zu tum haben, ähnlich die des Halbteillagers nur den 
Werkstätten, welche Halbteile abliefern und empfangen. 
Die Kraftzentrale kann man etwa nach dem Kraftbedarf der 
Maschinen innerhalb der Werkstätten, das Lohnbüro nach 
ihrer Arbeiterzahl kostenmäßig aufteilen usw. In kleineren 
und einfacher organisierten Betrieben wird es jedoch durch- 
aus genügen, sämtliche Abteilungsunkosten der Hilfsbetriebe 
und Büros in einer Summe zusammenzufassen und diese 
Summe nach dem Schlüssel der direkten Löhne auf die 
eigentlichen Fabrikationswerkstätten umzulegen. Wir er- 
halten dann ein Rechnungsschema nach Abb. 29, das uns 
jetzt endgültigen Aufschluß über die Unkostenprozente 
gibt, welche wir bei der Nachkalkulation der tatsächlichen 
C(iestehungskosten zu verrechnen haben. 
Nicht immer begnügt man sich damit, sämtliche Zu- 
schläge auf die Löhne zu verrechnen. Es kann besonders 
bei Arbeiten an sehr sperrigen und schweren Stücken der 
Fall eintreten, daß die direkten Bearbeitungslöhne sehr 
gering sind, und daher auch nur ganz geringe Lohnzu- 
schläge auf das Stück als Unkosten verrechnet werden, 
welche nicht annähernd der Mühe entsprechen, die man mit 
dem Transport des schweren Stückes vom Lager an die 
Bearbeitungsmaschinen und weiter zum Versand hat. Man 
verfährt dann gern so, daß man alle Unkosten, welche durch 
reine Materialbewegung entstehen, also die Betriebsun- 
kosten der Warenannahme, der Lager, aller Transporte, 
des Versandes und des Fuhrparks getrennt erfaßt und sie 
dem Gesamtwert des bewegten Materials gegenüberstellt, 
wodurch sich ein prozentualer Zuschlag auf das in die 
Fabrikation gelangende Material ergibt, der sog. Material- 
zuschlag.
	        
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