Die geordnete Kenntnis dieser Selbstkosten vermittelt
die Nachkalkulation, indem sie auf der Grundformel der
Selhbstkostenrechnung aufbaut:
Selbstkosten = Material + Lohn + Unkosten.
Ihr obliegt die Verteilung dieser Selbstkosten auf die
einzelnen Kostenträger, die Aufträge, wobei wir als Reprä-
sentanten aller möglichen Auftragsarten wieder den Fabri-
kationsauftrag verfolgen wollen. Selbstverständlich werden
in der Nachkalkulation jedoch die Selbstkosten sämtlicher
Aufträge, gleichviel welcher Art, ermittelt, also auch der
Betriebsaufträge für den eigenen Bedarf (Herstellung von
Werkzeugen, Sondermaschinen, Einrichtungen und größere
Reparaturaufträge). Die formale Behandlung ist überall
die gleiche.
DieNachrechnung der direkten Fertigungs-
kosten. Die bewerteten Materialzettel und ausgezahlten
Lohn- und Akkordzettel werden nach Aufträgen sortiert und
entweder laufend zusammengestellt und addiert, oder erst
dann, wenn ein Auftrag die Fabrikation durchlaufen hat und
der Nachkalkulation als fertig gemeldet ist. Mit der un-
kritischen Addition dieser Zettel ist es natürlich nicht getan.
Man bedarf eines Dokumentes, an dessen Hand man prüfen
kann, ob die Unterlagen, deren jede ja für den Betrieb
einen Aufwand darstellt, zu Recht ausgeschrieben und ver-
rechnet worden sind. Ein solches Grunddokument bildet in
den meisten Fällen die Stückliste, deren einzelne Positionen
mit dem Text der Materialzettel verglichen werden, so daß
etwaige unrechtmäßige Entnahmen sofort auffallen. Ver-
zichtet man in einem Betriebe auf Materialzettel und be-
dient sich statt ihrer der Lagerstückliste, so verläuft diese
Kontrolle noch zwangläufiger und einfacher. In diesen
Fällen werden auch weniger Fehler bei der Materialausgabe
unterlaufen, denn das Ausschreiben der Materialzettel in
der Arbeitsvorbereitung, also eine reine Abschreibearbeit,
fällt weg, und mit jedem Abschreiben ist nun einmal ein
gewisser Prozentsatz von Fehlern verbunden.
In straffer organisierten Betrieben mit größerer Serien-
oder Massenfertigung, in denen der Fertigungsplan, die
& Brasch. Betriebsorganisation und Betriebsabrechnuneg.
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