Die normalen Aufwendungen für die abgelieferten Fabri-
kate sind demnach:
Material 200
Lohn 100
normale Unkosten 150
Gesamtaufwand 450
Ungedeckte Unkosten bleiben demnach:
tatsächliche Unkosten. ... ....... . . 180
durch die Nachkalkulation gedeckte Unkosten 150
Rest an ungedeckten Unkosten ... . . . 30
Einem Erlös laut Nachkalkulation mit normalen
Zuschlägen von. . . „7. 450
stehen also gegenüber Gesamtaufwendungen von 480,
die ungedeckten Betriebsunkosten ergeben also
einen Betriebsverlust von 30.
In so einfach schematischer Form spielt sich freilich die
Erfolgsrechnung praktisch nie ab. Eine große Reihe weiterer
Überlegungen pflegen in ihr angestellt zu werden, die hier
zu schildern der Raum fehlt. In erster Linie ist es die Beob-
achtung und Entwicklung der Halbfabrikate, welche un-
bedingt bei einer Erfolgsrechnung herangezogen werden
müssen. Denn bisher haben wir nur von fertiggestellten
Erzeugnissen bzw. von fertig abgerechneten Aufträgen ge-
sprochen. Nun können aber in einem Monat verhältnis-
mäßig wenig Aufträge fertig werden, während gleichzeitig
sehr viele Aufträge in Angriff genommen werden und damit
der Wert der in Fabrikation befindlichen Waren, der Halb-
fabrikate, bedeutend steigt. Natürlich hat diese gegen den
Vormonat gesteigerte Fabrikation, wie sie in Perioden sich
bessernder Konjunktur die Regel ist, erhöhte Betriebsun-
kosten zur Folge, welche durch die geringe Zahl der fertig
abgerechneten Aufträge nicht gedeckt werden können. Man
muß also auch den Wert der Halbfabrikate mit zur Be-
urteilung des Beschäftigungsgrades und des Produktions-
umfanges heranziehen, d. h. die in den Halbfabrikaten
steckenden Löhne mit den Betriebsunkosten belasten.‘ Von