kommen, daß statistische Ergebnisse für ein Einzelgebiet
jahrelang weiter gesammelt werden, vielleicht nur, weil man
vergißt, der Statistik mitzuteilen, daß man aus den Er-
hebungen bereits einen endgültigen Schluß gezogen hat
und auf weitere Fortsetzung verzichtet. Ebensowenig dürfen
seitabliegende Gebiete eingehender statistisch behandelt wer-
den als dies für die lebendige Auswertung nötig ist; die
Statistik, die vom Betriebsmann oft mit einem gewissen Miß-
{rauen als trocknes und totes Material angesehen wird,
untergräbt sich selbst die ihr zukommende Achtung, wenn
sie sich derart in Aufzeichnungen verliert, die nicht un-
mittelbar genutzt werden können.
Geschwindigkeit. Ein Wort sei noch über die Ge-
schwindigkeit gesagt, mit welcher die Statistik arbeiten soll.
Alles im betrieblichen Leben kommt darauf an, daß die
Abrechnungsergebnisse und damit auch die Aufstellungen
der Statistik so kurzfristig wie möglich zur Kenntnis des
Betriebsleiters gelangen. Historische Zahlen lassen sich nicht
verwerten; je neuer die Zahlen sind, um so besser für den
Betrieb.
Ein geregeltes Terminwesen wird auch hier von Nutzen
sein. Die regelmäßig wiederkehrenden statistischen Mel-
dungen soll der Betrieb selbst von der Statistik, Nach- und
Erfolgsrechnung zu bestimmten Terminen anmahnen, falls
sie ihm bis dahin noch nicht vorliegen. Die Meldung über
die Arbeiterzahl soll täglich spätestens gegen 10 Uhr in
Händen der Betriebsleitung sein. Die Verbrauchsziffern der
Betriebsunkosten, wie man sie dem Unkostenbudget gegen-
überstellen will, haben spätestens drei Tage nach Abschluß
der Löhnung dem Betrieb zugeleitet zu werden. Man kann
hier sehr rasche Ergebnisse erzielen, wenn man den Kosten-
plan etwa für vier Wochen, also für einen Monat aufstellt,
die Verbrauchsziffern aber wöchentlich von der Unkosten-
abteilung zusammenstellen läßt. Die Betriebsabteilungen
sehen dann bereits am Ende jeder Woche, und zwar drei
Tage nach der Lohnauszahlung, wie ihr Verbrauch an Be-
triebsunkosten sich zu dem Voranschlag des Kostenplans
verhält, und sie können so bereits während der laufenden
Unkostenperiode verbessernd oder vorbeugend eingreifen.
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