Eine dauernde Verjüngung und Erweiterung erfährt der
Betriebsmittelpark jeder Fabrik durch die Neuschöpfung
von zeitsparenden oder die Qualität des Erzeugnisses verbessernden
Arbeitsvorrichtungen. Sie entstehen am Reißbreit
des Fertigungsbüros, entweder bevor ein neues Erzeugnis
erstmalig die Fabrikation durchlaufen soll oder so
oft vorhandene Arbeitsverfahren zugunsten neuerer besserer
verlassen werden. Der normalen Herstellungszeit dieser
Vorrichtungen muß dadurch Rechnung getragen werden,
daß Neukonstruktionen dem Fertigungsbüro schon frühzeitig
bekannt zu geben sind. Im großen Betrieben der
Massenfabrikation kann das Fertigungsbüro einen ungeheuren
Umfang annehmen, wenn ein neues Fabrikat, etwa
eine neue Kraftwagentype mit allen Einzelheiten vorbereitet
werden soll. Hunderte von Vorrichtungskonstrukteuren
arbeiten dann monatelang an den oft zehn- bis
zwanzigtausend neuen Vorrichtungen, Gesenken, Stanzwerkzeugen,
deren Entstehungswert in diesen Fällen häufig
mehrere Millionen Mark erreicht.
Auch hier mündet die einmalige Neuarbeit in laufende
Überwachung, Ergänzung und Bereitstellung der vorhandenen
Einrichtungen für den einzelnen Fabrikationsauftrag.
Zu diesem Zweck durchlaufen die Stücklisten jedes Auftrays
das Fertigungsbüro. Dies sucht die nötigen Vorrichtungen
und Sonderwerkzeuge an Hand von Vorrichtungskarteien
heraus (Abb. 9) und sorgt durch mündliche, telephonische
oder schriftliche Benachrichtigung der Vorrichtungs-
und Werkzeugläger für die sofortige Bereitstellung
der bezeichneten Hilfsmittel.
Das Vorrichtungslager hat seinerseits jede Vorrichtung
vor der Bereitstellung sorgfältig durchzuprüfen. Es muß
sich davon überzeugen, ob alle Zubehörteile vorhanden sind,
ob die arbeitenden Teile der Vorrichtung einwandfrei betätigt
werden können, ob Werkzeuge, wie der Stempel bei
Stanzen, zu Bohrvorrichtungen gehörige Sonderbohrer uswW.,
scharf geschliffen sind. Diese Prüfung vor der Ausgabe
an den Arbeiter ist von großer Wichtigkeit, denn nur
so ist Zeit, das Fehlende zu ergänzen und der späteren
Fertigung einen störungsfreien Weg zu ebnen. Auch nach