Zuleitung des Materials vom Lager an die
Werkstatt. Zwei Möglichkeiten sind hier gegeben, die
man am besten mit dem Druck- und dem Zugsystem be-
zeichnen kann. Beim Drucksystem sorgt das Lager für die
Lieferung. Es drückt gleichsam das Material in die Werk-
statt hinein, ohne auf eine Anforderung zu warten. Beim
Zugsystem zieht die Werkstatt das benötigte Material selbst
aus den Lagern heraus, ist also selbst die den Material-
transport veranlassende Stelle. Hier wie überall in ‘der
Organisation ist das Drucksystem vorzuziehen. Zwar kann
es Stauungen zur Folge haben, indem die zeitlich vor-
geordnete Stelle, also hier das Lager, der Werkstatt, die
zeitlich nachgeordnet ist, Material zuleitet, bevor diese es
braucht. Das entgegengesetzte Verfahren erzeugt aber allzu
leicht leere Räume im Arbeitsablauf, „Löcher“, während
welcher die Werkstatt auf Material warten oder durch un-
vorhergesehene Transporte erst um die Versorgung mit
Rohstoffen sich bemühen muß.
Daher beauftragt man besser das Lager damit, die Roh-
stoffe in die Werkstatt zu fördern. Die Materialzettel gehen
vom Arbeitsbüro unmittelbar an die Lagerverwaltung, So-
wie ein Auftrag in Fabrikation gegeben wird. Auf ihnen
ist der Zeitpunkt der gewünschten Anlieferung vermerkt, so
daß das Lager auf den Tag genau die Werkstätten mit den
benötigten Rohstoffen beliefern kann. Die hierfür erforder-
lichen Transportarbeiter werden ebenfalls der Lagerverwal-
tung unterstellt, falls nicht, wie weiter unten geschildert,
eine besondere Förderorganisation den gesamten Transport-
dienst unter sich hat. Die pünktliche Belieferung der Werk-
statt ist von elementarer Wichtigkeit, nichts wirkt ver-
heerender auf die Fertigungskosten wie auf das Zeitmaß der
Arbeitserledigung als das Warten der Werkstatt auf Roh-
material. Eine dauernde Überwachung der Lager auf die
Einhaltung der ihnen vorgeschriebenen Anlieferungstermine
verbürgt allein deren Beobachtung.
b) Arbeitsverteilung und Arbeitsvorgabe
Die Arbeitsverteilung, wie sie innerhalb der Arbeits-
führung vonnöten ist, bringen wir hier in bewußten Gegen-
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