fullscreen: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 2. 
by Mac-Culloch. New edition London 1871.) Doch wollen 
auch wir die Principles zuerst für sich allein betrachten, um 
den Unterschied gegenüber Adam Smith scharf ‘hervortreten 
zu lassen und die Erklärung der Tendenzen aus den anderen 
Schriften nachfolgen lassen. 
Die Principles beginnen in ihrem ersten Kapitel mit der 
Lehre vom Werth. Sofort begegnen wir jener rein abstrakten 
Methode, die früher imponiren mochte, auf den heutigen 
Nationalökonomen, der die Wirklichkeit zu erfassen strebt, 
aber geradezu abschreckend wirkt. Wenn bei zwei Waaren 
so viel Arbeit, so viel fixes und circulirendes Capital an- 
gewendet wird, wenn der Zinsfuss steigt oder fällt etc. — 
auf solche natürlich möglichst einfach gestellte Hypothesen 
werden alle Folgerungen aufgebaut. Und doch machen sie 
den Anspruch, das gesammte vielgestaltete Leben wirklich zu 
treffen! In den Hypothesen steckt von Anfang an die grosse 
Unwahrheit, dass die Menge von Arbeit und Capital, die bei 
Production einer Waare angewendet werden, gegebene feste 
Grössen seien und die enormen Differenzen dieser Mengen bei 
den einzelnen Produetionsstätten werden einfach ignorirt. 
Ebenso ist es fast unbegreiflich, wie Ricardo den A, Smith’schen 
Unterschied zwischen dem ursprünglichen Zustand, in dem 
die Arbeit allein maassgebend ist, und dem civilisirten, in dem 
Capital dazukommt, berühren, und doch gänzlich über die 
Entstehung des Capitaleigenthums, noch mehr des Boden- 
eigenthums schweigen kann. Dass die Besitzer des Capitals 
und die Arbeitenden total getrennte Personen seien, wird ein- 
fach vorausgesetzt; dass es von Einfluss sei, wie weit diese 
Trennung wirklich vollzogen ist, fällt Ricardo nicht bei. 
Und trotz all dieser mehr als gewaltthätigen Abstractionen 
ist die Schärfe der Deduction doch nur eine scheinbare. Die 
Grundbegriffe, von denen Ricardo ausgeht, Werth. Arbeit, 
In diesem Buche (S. 254 ff.) wird Ricardo in sehr belehrender Weise 
kritisirt. Bernhardi erkennt, dass Ricardo’s Grundrentenlehre darauf 
hinausläuft, die Grundrente als einen Raub an den anderen Classen hin- 
zustellen.
	        
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