Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Elftes Buch. Erstes Kapitel. 
nur zu einer Art kleinen Feldzugs im Elsaß. Im übrigen ließ 
es Adolf thatenlos geschehen, daß Papst Bonifaz VIII. Ende 
Mai 1295 ihn zur Neutralität unter der Begründung zu 
zwingen suchte, daß er als Schirmvogt der Kirche den Frieden 
zu wahren habe, während sich Philipp die flandrischen Städte 
huldigen ließ und den Grafen von Flandern besiegte!; und 
er fand es angemessen, daß Frankreich und England im Jahre 
1298 einen Frieden schlossen, in dem Deutschland so gut wie 
garnicht gedacht ward. 
Freilich: ihm drohte schon seit seinen Thaten in Thü— 
ringen heimischer Untergang: wie sollte er nach außen hin fest 
auftreten, wenn seine Wähler sich gegen ihn zusammenrotteten! 
Indem er sein Geschick ahnte, zu fallen durch die, deren 
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und schwankend. 
Albrecht von sterreich hatte dem neuen König um so 
weniger verziehen, je mehr ihn dieser durch kleine Maßregeln 
reizte, und je mehr er erfuhr, unter welchen Verbindlichkeiten 
gegenüber Böhmen er zum Thron gelangt sei. Es ist Albrecht 
gewiß ernst gewesen, wenn er später behauptet hat, Adolf sei 
darauf ausgegangen, ihm das Seine zu nehmen. So freute 
er sich jedes Mißerfolgs Adolfs: mit Entschiedenheit dachte er 
daran, ihn zu stürzen. Während der deutsch-französischen 
Feindschaft knüpfte er mit Frankreich an, auch mit dem miß— 
vergnügten Mainzer Erzbischof trat er ins Einwerständnis. 
Dann wurden die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg 
und vor allem der König von Böhmen seiner Sache gewonnen: 
sie alle fürchteten die unruhigen Hausmachtsbestrebungen Adolfs 
in ihrer Nachbarschaft. Im Februar 1298 war kein Zweifel 
mehr: die Verschwörung zum Sturze des Königs bestand. Und 
bald ging der Erzbischof von Mainz offen vor. Zum 1. Mai 
1298 lud er Albrecht und Adolf vor eine Versammlung des 
Reiches nach Frankfurt: vergebens fragt man sich, kraft welches 
Vgal. dazu Band III S. 137 f. und S. 216 unten.
	        
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