;e qu’on a nomm6 l’6quilibre europeen, de me&me il s’est forme rela-
tivement A V’industrie et au commerce une opposition contre l’Angle-
verre‘“36, Und im Nationalen System heißt es7: „Daß die Idee des
Kontinentalsystems immer wiederkehren, daß die Notwendigkeit ihrer
Realisierung den Kontinentalnationen sich um so stärker aufdringen
wird, je höher Englands Übergewicht in Industrie, Reichtum und
Macht steigt, ist jetzt schon klar und wird immer noch klarer wer-
Jen.‘ Die ausführliche Behandlung im Nationalen System zeigt aber,
daß List keinen deutlichen Unterschied zwischen gleichgerichteten
Industrieinteressen und einem politischen Bunde machte, und das so
unbestimmte, „verbesserte napoleonische Kontinentalsystem“‘ ist in den
Systemen eine normative politische Wirklichkeit. Wir kommen auf
Jiesen wichtigen Punkt nochmals zu sprechen,
La nation predominante, die Suprematiemacht des nationalen Sy-
stems, und der Bund der zum gleichen Ziele berufenen Nationen ist die
begriffliche Formung der politischen Konstellation, in welcher List
seine beiden Hauptwerke schreibt; das spezifische Erlebnis „Nation“
bezieht sich auf die nacheifernden Nationen, zu denen ja vor allem
Deutschland gehört. Dieser politischen Gegenüberstellung entspricht
ersichtlich in der Wirtschaftstheorie die kosmopolitische und die po-
litisch-nationale Ökonomie, und in der Zolllehre die Freihandelsstufe
und die Stufe des Schutz- und Erziehungszolls. Die systematische Be-
wältigung dieser beiden Komponenten erfordert eine dynamische
Lehre, denn der Emporstieg der zweiten Gruppe der Nationen zur
Gleichstellung mit der Vormacht ist der spezifische Inhalt der Lehren
Lists.
Zum politischen Grunderlebnis tritt die Verankerung der Wirt-
schaftslehre in der ethischen Schicht, zu der manchmal eine Beziehung
auf die Religion („Ein Hirt und eine Herde‘) flüchtig hinzukommt.
Durch den vollen systematischen Ausbau und die fortlaufende be-
griffliche Beziehung aller ökonomischen Einzelforderungen, auf die
politische Konstellation und den Einbau beider in eine allgemeine
Ethik erhält Lists System seine wirkungsvolle Rationalität und die for-
male Bedeutsamkeit eines Kultursystems.
Die Ethik, die hinter allen Werken Lists steht, ist die der Aufklärung:
Wohlfahrt des ganzen Menschengeschlechts. In den beiden großen
Systemen erhält diese Ethik eine besondere Ausprägung. Sie schließt
sich an den Gegensatz der Suprematiemacht und der Nationen der
zweiten und dritten Ordnung an. Die Höchstentwicklung der Kultur
und der wirtschaftlichen Zivilisation, in welchen sich die allgemeine
Wohlfahrt erfüllt, kann nur dann erreicht werden, wenn „möglichst
viele Nationen gleichzeitig die gleiche Stufe der Ausbildung in Reich-
tum und Macht erlangen“. D. h. aber: Das lebendige wirtschaftliche
und politische Ziel Deutschlands, wie List es erlebte, wird mit der
Forderung der Menschheitsethik identifiziert. An dieser Notwendigkeit
der „Gleichstellung“ der berufenen Nationen hängt die ganze höhere
Motivierung und die kulturell-ethische Rechtfertigung des Schutz-
systems; es ist der „geistige‘“ Zentralbegriff der beiden Hauptsysteme.
Äher eindeutig und sozusagen experimentell erweisbar, bildet die
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