Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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Was den Stahltrust anlangt, so verdanken wir seine 
Gründung zu Anfang des Jahres 1897 einer Verbindung 
zwischen dem bekannten Pittsburger Eisenindustriellen 
Carnegie und dem Petroleum- und Minenkönig Rockefeller. 
Carnegie stand bereits an der Spitze aller Fabricanten 
von Bessemer Stahl ; seine Fabriken lagen im Centrum der 
reichsten Kohlenbassins von Pennsylvanien, dieses gelobten 
Landes der Kohlenproduction. Wenn es ihm gelang, die 
Mineralien vom Oberen See ebenso billig nach Pittsburg 
wie nach Chicago oder nach Cleveland zu transportieren, 
dann war es um seine Concurrenten geschehen. 
Wir haben bereits gesehen, dass Rockefeller seinerseits 
die grossartigen Erzlager am Oberen See an sich gerissen 
hatte. Er hatte Eisenbahnen gebaut, Docks gegründet, 
eine ganze Flotte von riesigen Transportschiffen eigens 
für Mineralien bauen lassen. Ende 1896 war diese Flotte 
im stände, den vernichtenden Concurrenzkampf gegen die 
früheren Einrichtungen zum Mineralientransport zu eröff 
nen. „Der Minenkönig,“ so sagt Rousiers, „konnte seine 
Hand dem Stahlkönig reichen und mit ihm zusammen 
jeder Coalition die Spitze bieten.“ So entstand die Rocke 
feller-Carnegie Combination: die Minengesell 
schaft vom Oberen See vermietete auf 50 Jahre ihre 
Gruben und ihre Transportflotte an die Gesellschaft 
Carnegie, die sich auf die Weise zur unumschränkten Be 
herrscherin des Marktes aufschwang. 
Die Folgen dieser Concentration sind natürlich für 
die anderen Producenten verhängnisvoll, aber man kann 
doch nicht behaupten, dass sie auch für die Consumenten 
schlecht gewesen wären; obschon sie ungeheure Profite 
einsteckten, konnten doch Carnegie und Rockefeiler ihre 
Preise ermässigen und sogar an die Eroberung des europäi 
schen Marktes denken. 
Im allgemeinen werden die schweren politischen und 
socialen Nachteile solcher grosser Monopole zum Teil 
wieder wett gemacht, durch die Vorteile der Socialisierung
	        
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