fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Frankfurter Societäts-Druckerei, 
G. m. b. H., Frankfurt a. M. 
ARBEITERSPARKASSE. Die erste Einrichtung, eine Arbeitersparkasse, wurde 1866 
von Leopold Sonnemann geschaffen, der die Frankfurter Zeitung im Jahre 1856 ins Leben 
gerufen hatte. Die Arbeiter zahlten einen Gulden (später zwei Mark) Beitrag pro Woche 
und Mitglied, der Eigentümer verpflichtete sich, jährlich eine Quote vom Reingewinn des 
Unternehmens zur Verteilung auf die einzelnen Konten der Mitglieder nach Verhältnis 
ihrer Einlagen einzuzahlen. Die Kasse hatte Ende 1912 269 Mitglieder. Sie erhielt von 
Leopold Sonnemann bei festlichen Anlässen besondere Zuwendungen in der Gesamthöhe 
von 50 000 M., von denen ursprünglich die Zinsen aus 40 000 M. für Arbeiter mit mehr 
als xojähriger Dienstzeit und deren Witwen und Waisen bestimmt waren-, die Zinsen 
aus 10 000 M. für eine 
URLAUBS-, REISE- UND STIPENDIENSTIFTUNG. Die Frankfurter Societäts-Druckerei 
hat im Laufe der Jahre diese Einrichtung dem Wachstum des Unternehmens entsprechend 
ausgebaut. 
SPAR- UND VERSORGUNGSKASSE. Im Jahre 1869 entstand eine Spar- und Ver 
sorgungskasse für die Redakteure, die am 1. Januar 1897 mit einer kurz vorher errichteten 
Hauskasse für die Beamten unter dem Titel „Spar- und Versorgungskasse der Redakteure 
und Beamten der Frankfurter Societäts-Druckerei“ verschmolzen wurde. Jedes Mitglied 
ist verpflichtet, 2 14 % seines Gehaltes bei dessen Auszahlung an sein Sparguthaben abzu 
geben, doch können freiwillig weitere Einlagen bis insgesamt 12(4 % des Gehaltes gemacht 
werden. Die Frankfurter Societäts-Druckerei legt für jedes Kassenmitglied jährlich 2(4% 
seines Gehaltes ein. Die Kasse zählte Ende 1912 142 Mitglieder. 
PENSIONSKASSE. Im Jahre 1902 erfolgte die Gründung einer Pensionskasse für 
die Redakteure und Beamten, der am 31. Dezember 1912 140 Mitglieder angehörten. Aus 
ihr wird den in Ruhestand versetzten oder arbeitsunfähig gewordenen Redakteuren und 
Beamten der Frankfurter Societätsdruckerei, ihren Witwen und Waisen Pension gewährt. 
Das pensionsberechtigte Maximalgehalt beträgt 8000 M. — Die Pension beträgt nach 
10 Dienstjahren 25 % des Gehaltes, steigt dann jährlich um 2 y 3 % und erreicht mit 25 Dienst 
jahren den Höchstbetrag von 60 % des Gehaltes. Die Witwenrente ist gleich der Hälfte 
der Pension des Mannes, die Waisenrente beträgt für jede Halbwaise höchstens aber % 
der Witwenrente, für Vollwaisen % bis zum 1 y 2 fachen Betrag der Witwenrente. Die Mit 
glieder zahlen 5 % des Gehaltes in die Kasse, die Frankfurter Societäts-Druckerei 7 %. 
RENTENZUSCHUSSKASSE. Am 1. Januar 1905 wurde eine Rentenzuschußkasse 
ins Leben gerufen, aus der den Empfängern einer Reichs-Invalidenrente eine Aufbesserung 
der Reichsrenten gewährt wird. Die Angestellten leisten hierzu keine Beiträge. Die 
Leistungen der Kasse betragen:- 
nach 10 Jahren nach 15 Jahren nach 20 Jahren 
Gelernte Arbeiter 225 M. 337,50 M. 450 M. 
Ungelernte Arbeiter 180 ,, 270,— ,, 360 ,, 
Weibliche Arbeiter 144 ,, 216,— ,, 288 ,, 
JUBILÄUMSSPENDE. Herr und Frau Leopold Sonnemann haben zu dem fünfzig 
jährigen Bestehen der Frankfurter Zeitung dem Aufsichtsrate der Gesellschaft eine Jubi 
läumsspende in Höhe von 100000 M. übergeben. Der jeweilige Zinsertrag wird zur Hälfte 
für die Pensionskasse der Redakteure und Beamten, zur anderen Hälfte zugunsten der 
Rentenzuschußkasse verwendet. 
FERIEN. Die Redakteure erhalten 4 bis 5 Wochen, die Beamten 2 bis 4 Wochen, die 
Arbeiter 1 bis 3 Wochen jährlich, je nach Dienstzeit und Lebensalter. 
BRAUSEBADEINRICHTUNG. Für männliche Angestellte des Unternehmens besteht 
eine Brausebadeinrichtung mit 8 Zellen; für die weiblichen Angestellten ist eine besondere 
Brausebadeinrichtung vorhanden. 
TEEKUCHE. Sämtliche Angestellte erhalten zu jeder Tageszeit Tee in beliebiger Menge.
	        
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