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sitzen, so kann man bei schneller Bearbeitung in einem Jahre
zwei Ernten erhalten. Das bleibt aber in der Praxis das Maxi-
‚ mum. Fünf Ernten in zwei Jahren, wie man dies gelegentlich
t in Schilderungen über Java liest, sind wohl theoretisch möglich,
» aber praktisch nicht durchführbar, weil in diesem Falle die
Bodenbearbeitung so abgekürzt werden müßte, daß Wachstum
und KErnteerträge in kurzem sehr nachteilig beeinflußt
würden.“
Während der Vegetationszeit erfordert der Reis wenigstens
zwei, besser drei Monate lang eine Durchschnittstemperatur von
20°C. Die zum Ausreifen nötige Wärmesumme beträgt nach
Werner (83, 2. Bd., S. 958) 3500—4500° C. Doch gibt es
® auch kurzlebige Varietäten, die nur 3000°, 2800°, ja 2400°
ı brauchen (43, S. 39). Schon aus diesem Grunde dringt der Reis-
‘ bau auf der südlichen Erdhalbkugel mit ihren kühleren Sommern
längst nicht so weit polwärts wie auf der nördlichen; nur an
wenigen Stellen (Madagaskar, Südostafrika, Paraguay) über den
Wendekreis hinaus.
Weniger Wärme und etwas rauheres Klima als der Wasserreis
verträgt der Trockenreis, der deshalb noch weiter ins Ge-
ı birge hinaufgeht (daher in der Literatur oft auch „Bergreis‘“ ge-
ı nannt), in den Tropen bis zu Höhen von 2000 m und mehr.
Er gedeiht schon bei einem dreimonatlichen Temperaturmittel
von 18°C. Man hat versucht, den Trockenreis auch in sub-
! tropische Gebiete, sogar in Südfrankreich einzubürgern, aber
‘ vergeblich. Sehr kurzlebige Varietäten würden hier, ja noch an
ı manchen nördlicheren Punkten, der nötigen Wärmemengen
‘ nicht entbehren. Doch bleiben in der Hauptvegetationszeit die
Regen aus, die für Trockenreis, da er ohne Bewässerung gebaut
” wird, eine große Rolle spielen. Der Trockenreis gibt zwar ge-
‘ ringere Erträge als der Wasserreis, die bei einzelnen Varietäten.
von hervorragender, meist aber von minderer Qualität sind;
@ er wird aber dennoch in den weiten Tropengebieten Asiens in
‘ großem Maßstabe angebaut.
Fröste sind der Reiskultur schädlich. In Oberitalien liegt
' im April nicht selten Reif auf den Pflanzen. Ein kaltes Frühjahr