Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Grund der verschiedenen Berechnungsweisen gewonnenen Kurven voneinander
 unterscheiden.
Die Eintragungen sind auf logarithmischer Skala gemacht, d. h.
gleiche prozentuale Änderungen bedingen gleiche arithmetische Höhenunterschiede.
 Die Kurven zeigen, daß die tendenzmäßigen Abweichungen
 der einzelnen Berechnungsarten unbedeutend sind. Wohl weichen
in ihrer absoluten Höhe die errechneten Eiseninvestitionen bei den verschiedenen
 Methoden voneinander ab, entscheidend sind aber nicht die
absoluten Zahlen, sondern lediglich die verhältnismäßige Entwicklung
 der Investitionen von Jahr zu Jahr. Der Altschrottentfall steht
in einem gewissen Verhältnis zu den früheren Eiseninvestitionen und wird
von deren Bewegung mitbestimmt. Über den Grad der Abhängigkeit
zwischen Altschrottentfall und Eiseninvestition dürfte auch nach Ansicht
 des Unterzeichneten eine vollkommen exakte Angabe nicht möglich
 sein. Immerhin ist die Entwicklungsrichtung der früheren Investitionen
 auch nach der in Gutachten 2 der Eisenindustrie ausgesprochenen
Ansicht einer der wichtigsten Bestimmungsgründe für den jetzt und
in Zukunft zu erwartenden Schrottentfall. Sowohl nach den von seiten
der Herren Sachverständigen der Eisenindustrie wie von seiten des
Unterzeichneten beigebrachten Unterlagen ergibt sich in dem für
den gegenwärtigen Schrottentfall entscheidenden Zeitraum der Eiseninvestition
 — in den Jahren von 1900 bis 1913 — fast die gleiche Steigerungstendenz,
 so daß die Richtigkeit der grundsätzlichen Ausführungen
des Gutachtens des Unterzeichneten damit bestätigt wird,
Die Schweißeisenerzeugung war bereits 1900 so niedrig, daß von
1900 bis 1913 durch die Berücksichtigung der Schweißeisenerzeugnisse
keine tendenzmäßige Abweichung eintrat. Lediglich vor 1900, also in
einer Periode, die für die jetzigen und zukünftigen Entfallmengen kaum
noch maßgebend ist, zeigt die nach den Berechnungen des anliegenden
Gutachtens eingezeichnete Kurve eine geringere Steigerung als die
Schätzung in dem ersten Gutachten des Unterzeichneten.

Weiterhin wird in dem Gutachten 2 der Eisenindustrie eine Minderung
 des Schrottentfalls aus der Tatsache hergeleitet, daß sich die
durchschnittliche Lebensdauer des gesamtinvestierten Eisens gegenwärtig
 erhöht habe. In dem nachfolgenden Gutachten sind eingehende
Angaben enthalten, die nach Ansicht des Unterzeichneten eine Verkürzung
 der Lebensdauer der Eiseninvestition eher wahrscheinlich
machen als eine Verlängerung. Wenn wir also annehmen, daß die
Eiseninvestition von 1913 nur eine 20jährige statt einer 25jährigen
Lebensdauer hätte, dann würde sie im Jahre 1933 statt 1938 entfallen.
Von 1933 trennen uns noch sechs Jahre, von 1938 noch 11 Jahre. Verfolgen
 wir die Eiseninvestitionen zurück bis 6 Jahre, bzw. 11 Jahre vor
1913, als sie ihren Höchststand erreicht hatten, und vergleichen die
1913er Investition mit diesen früheren, so ergibt sich im ersteren Falle
eine Steigerung der Investition um 42 %, im letzteren Falle um 130 %.
Wollte man aber nach den Vorschlägen der Eisenindustrie eine Verlängerung
 der durchechnittlichen Lebensdauer über 25 Jahre hinaus

20 Enq.-Aussch. III. Rohstoffvers, U. deutsch, eisenerzeug. Ind.

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