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VO. AbfOnitt: Einzelne Schuldverhältnifie.
. 4. Da beachten bleibt ferner, daß durch den verfrag3mäßig vereinbarten Ausfchluß
der Gewä a er und Schabenserfabpfliht die Bflicht des Vermieters, die Mietjache
überbaupt und in dem wefentlichen Teile zu gewähren, nicht ausgefchloffen wird val. Mipr.
d. DLG. (Kammerger.) Bd. 10 S. 162.
5. Ueber Rollifion zwifchen Mieterreht und Bolizei bei der EAN
Spe vre bezogener Mietwohnungen durch ungeredtfertigte polizeiliche erfügung
und die dadurch bewirkte Unmöglichkeit der Erfüllung des Mietvertrags val. eingehen
Beradt, Miete und Bolizei, Berlin 1906, Neumann, Sahrb. Bd. 5 S. 133, ferner au
Niendorf S. 84, 114, 117, 189, {owie Bem. 1,5,d = $ 535, aber au DL®. Hamburg,
echt 1907 Nr. 2539 und ipr. d. OLG. Bd. 16 S. 418, ferner Bad. Mipr. 1908 S. 84
(= Recht 1908 Nr. 288: polizeiliche Unterfagung des Wirt{haftsbetriebs) RKıpr. d.
DES. (Dresden) Bd. 16 S. 418 (BefGOränkung eines Nachtkaffees). Sa
. 6. Ueber En bei MN des Örundftücks Hinfichtlich
der Untermiete vgl. ur. Widhr. 1907 S. 101 und 102, ROGES. Bir. 65 S, 29 ff.
[I Ginzelbeiten zu $ 537,
Il, Borausiegungen :
Das Recht des Mieters aus 8 537 kann geltend gemacht werden:
@) wenn die Mietfadhe zur Beit der Neberlaffung mit einem Hehler
1. Bem. 2) behaftet A der ihre Tauglichkeit zu dem bertragsmäßigen
Sebhrauch aufbebt oder mindert; N
b) wenn ein folder im Laufe der Miete entitebt;
°%) wenn durch das Recht eines Dritten Sm dem Mieter der
vertrag&smäßige Gebrauch der Sache ganz oder zum Teil entzogen wird.
SHierüiber f. Näheres & $ 541.
. Ob den Bermieter ein erfhulden trifft oder nicht, it im Nahmen
des 8537 ganz gleidhgültig (ander3 hei 8 538 und auch S 542). Val. hiezu Kur.
N a . 280, 357. Ueber den Einfluß eines Verihuldens des Dieter
. Dem. 4.
2. Beariff des Fehlers im Sinne des 8537.
Unter Sehler ift auch hier (und im Falle des 5 538, wofelbft von einem „Mangel“ ge
iprochen wird) ein Mangel der Mietfache zu verftehen, der ihre Tauglichkeit zu dem
JertragSmäßigen Gebrauch aufhebt oder mindert.
a) Der Nachdruck liegt auch hier val. $ 536) auf dem Worte „vertrag s-
mäßig“ (We. II, 373, 374: N beveinitimnmeng mit dem gemeinen echte, nach
veldem die hefonderen Beftimmungen des ädiliziichen Edikts auf die Miete
eine Unwendung fanden). .
% Der Begriff „geh fer“ ftebt demgemäß in inniger Wechfel-
beziehung zu der Verpflidhbtung des DVBermieter3 aus 8 536.
Ungenügende Erfüllung der dem Vermieter aus S 536 ermwachfenen
Bflidhten erfcheint von der Seite des Mieter8 aus betrachtet als
zin Fehler Mangel) der Mietfache. ;
8 muß daher „nit bloß ein Fehler bierunter fallen, welden die
Mietfache unmittelbar an {ich trägt (3. 3. Baufälligkeit, Ungeziefer,
gefundheitSgefährlidhe Lage oder Beichaffenheit der Wohnung), jondern
zud) ein nur mittelbar anffebender, der aber ebenfo den durch die
Miete gewollten Zwed vereitelt oder ftört, 3. B. Beläftigung durch
übermäßigen LQärm im Haus oder in der Nachbarfchaft (vgl. Bem, B, II
zu $ 536 und OLG. Braunfchweig, Recht 1907 Nr. 3291); Verrufenheit
der Wohnung durch (früheren) Yırfenthalt von Vrojftitwierten al.
Brücner S. 61 Anm. 2, Sur. Zichr. 1900 S, 539, fächt. Arch. Bd. 10
S. 369, zuftimmend auch Vertmann in Dem. 1, fowie OLG. Frankfurt
Kecht 1908 Nr. 1779.
Ein Zebler, der nur einem Teile der Sache anbhaftet, fann
inter Umftänden die Tauglichkeit der ganzen Sache aufheben, val.
Apr. d. DLSG. Bio, 9 S. 2. .
Wenn der Vermieter die Mietfache nicht rechtzeitig hergibt oder
aicht hergeben fann 3. B, weil no ein Dritter in der betr.
Wohnung i{t, fo dürfte fein Hehler im Sinne des 8537 borliegen,
vielmehr find foldhe Fälle nach den allgemeinen Vorfdhriften (vgl. oben
Bem. I) zu beurteilen. Val. hiezu auch Ripr. d. OLG. Bd. 3 S. 8.
Aus der Praxis vgl. RKipr. d. OLG. (Karlsruhe) Bd. 12 S. 61
Beanftandung von Tapeten, Sehlen einer Ga8 Leitung), ROGE.
u Sur. Wichr. 1907 S, 705 (Unfall durch eine zu niedrige Vonfter-
Irültung?), Sur. Wichr, 1905 S, 46 (untachaemäße Stechvorrichtung
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