mit Stolz seinen Rollegen erklärt, wie rationell und
fabrikmäßig er arbeitet, wãhrend sie mit ungläubigen
Mienen dafitzen, darin zeigt sich seine ganze Mentali
tãt als Landwirt. Ein Jabrikant wird viel eher be—
dacht sein, die Konkurrenz auszuspionieren, und ängst⸗
lich hütet er sein Verfahren. Diese Berufsmentalität hat
in klassischer Weise schon Adam Müller (17729 - 1829),
jener glühende Gegner des Individualismus, in seinen
„agronomischen Briefen!“ als wirtschaftliche Kraft ge⸗
kennzeichnet, wenn er sagt: „Das, was dem Landwirte
widerstrebt, wenn er die geringste Veränderung eines
Ackerinstruments oder einer Bespannungsart des Zug⸗
viehs durchsetzen will, ist Trägheit der Art, die wir aus
den phusikalischen Wissenschaften kennen und die in
dem oraͤentlichen Gaug der Weltkrafte eine so erhebliche
Rolle spielt, als Tragheit der Beschraänktheit und Un—
vernunft. Die innere Natur des Landeigentums, sein
Bleiben und Beharren drückt sich tief in den Charakter
der Personen ein, die es bewirtschaften: die reißenden
Fortschritte der Jahrhunderte können für den echten
dandwirt unmöglich solchen Reiz haben, als für die
Rlasse der Gesellschaft, denen es ja nur so lange ver—
bleibt, mit Muße jene Fortschritte zu verfolgen, als der
Landviet von den heiligen Ketten seines Berufes zurück-
gehalten wird“. Seitdem diese Worte gesprochen wurden,
ist ein Jahrhundert verflossen. Aber jene Worte besitzen
einen unverganglichen Sinngehalt.
Wenn auch das, was Adam Müller sagt, uns sehr
veraltert anmuten mag und mit der Wirklichkeit in
krassem Widerspruch zu stehen scheint: man braucht
qur san die vielen Maschinen in der heutigen Landa
wirtschaft zu denken, so ist doch jener gewisse Nymbus
des „Nährstandes“ bis auf den heutigen Tag erhalten
geblieben, der die Landwirtschaft von dem übrigen
a. a. O. S. 81.