Full text: Berliner Banken

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Grohstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken. 
von einer spezifischen Beamtenträgheit sprechen kann. 
Des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr hat die Charaktere 
nivelliert und abgestumpft. Außerhalb der Dienststunden 
lebt ein Teil der Beamten ein nahezu ebenso stumpf 
sinniges Kneipenleben. Ein sehr großer Teil huldigt 
leidenschaftlich dem Sport, aber in den Bankbeamten 
kreisen gibt es doch auch eine nicht geringe Gruppe, die 
in den Mußestunden gewissermaßen ein Separatleben 
in geistiger Betätigung lebt. Das find vornehmlich jene 
Elemente, die, vom bitteren Muß gezwungen, ein Studium 
aufzugeben oder gleich nach Verlaßen der Schulbank 
einen kaufinännischen Brotberuf zu ergreifen, von vorn 
herein sich deshalb dem Banksach widmeten, well hier 
geregelte Arbeitszeit und verhälttllsmäßig reichliche Muße 
winkten. Diese Leute malen, musizieren, sammeln, schrei 
ben, studieren in der Frühe und des Abends. Sie 
schinrpfen aus das Gewerbe, das sie die besten Stunden 
in Anspruch nimmt und sie ihren Lieblingsneigungen 
entzieht, und die meisten von ihnen gehen schließlich an 
dieser Zwitterstellung, wenn sie nicht ganz harmonische 
Naturen sind, zugrunde. Nur wenigen gelingt es, die 
Träume erMlt zu sehen, die sie aus dem Wege ins und 
vom Bureau umgaukeln.
	        
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