fullscreen: Der Wald und seine Arbeiter

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im Laufe der Jahrhunderte entfremdet worden. Ueberdies eignet sich ihre Be 
wirtschaftung schon aus technischen Gründen viel mehr für öffentliche Korpo 
rationen als für private. Da bereits fast ein Drittel der deutschen Waldungen 
Staatseigentum ist und feit langem vom Staate vortrefflich verwaltet und be 
wirtschaftet wird, so würde eine Verstaatlichung der Privatwaldungen durch 
Enteignung ihrer jetzigen Besitzer an Gegebenes anknüpfen können und nach 
jeder Richtung unbedenklich fein/' 
Das deutsche Volk ist durch den unglückseligen Krieg arm geworden und 
mufj deshalb, um sich wieder emporzuarbeiten, mit seinen Nationalschätzen 
sparsam umgehen, zumal es in den nächsten Jahren auf sich selber angewiesen 
ist. Don außen wird ans keine Hilfe zu rechnen sein. Es muß deshalb ver 
sucht werden, unseren heimischen Boden vor der Ausnutzung durch einzelne zu 
schützen. Alle Schätze, auch die des Waldes, müssen der Allgemeinheit des 
deutschen Volkes nutzbar gemacht werden. Das beste Mittel wäre eine sofortige 
Ueberführung des Waldes in staatlichen Besitz. Wenn dies jetzt nicht möglich 
ist, so müssen zunächst die Waldbesitzer angehalten werden, die Forstwirtschaft 
so zu betreiben, wie es in größtmöglichsten! Interesse des Volkes liegt. Die 
Anfänge hierzu sind erfreulicherweise von der jetzigen Regierung geniacht worden. 
Die Ueberführung der gesamten Forstwirtschaft in Staatsbesitz kann nur 
eine Frage der Zeit sein. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß es jetzt noch 
nicht geschehen kann. 
Warum es so. ist, geht am, besten ans einigen Ausführungen von Karl 
Kautsky hervor. 
In seinem Werk „Terrorismus und Kommunismus" sagt Karl Kautsky 
am Schluß: 
„Auch heute noch haben wir keine „fix und fertigen Utopien durch Bolks- 
beschluß einzuführen". Was sich jetzt vollzieht, ist die „Freisetzung der Ele 
mente", die den Beginn der sozialistischen Entwicklung in Angriff zu nehineu 
haben. Will man das Weltrevolution nennen, weil es sich in der ganzen Welt 
vollzieht, dann stehen wir vor der Weltrevolntion. Aber sie wird sich nicht 
vollziehen auf dem Wege der Diktatur, nicht durch Kanonen und Maschinen 
gewehre, nicht durch Zerschmetterung der politischen und sozialen Gegner, son 
dern durch Demokratie und Menschlichkeit. Rur so kommen wir zu jener 
höheren Lebensfornr, die hervorzuarbeiten die historische Aufgabe des Prole 
tariats ist." 
Kommen wird und muß also die Zeit, wo der deutsche Wald Gemeineigen 
tum des Volkes ist. Zu dieser Umgestaltung gehört vor allem eine geschulte 
Arbeiterschaft. Auch die Forstarbeiter müssen darauf dringen, daß auch sie zu 
allen den Wald betreffenden Fragen, zur Beratung und Beschlußfassung hin 
zugezogen werden. Ein Mitbestimnrungsrecht in allen Angelegenheiten, ins 
besondere in Arbeiterfragen, muß dem Arbeiter gesichert werden. Durch die 
Einführung des Betriebsrätegesetzes ist der erste Anfang gemacht worden. 
Auf einen Hieb füllt bekanntlich kein Baum, viele Hiebe werden noch nötig 
sein, um das große Ziel zu erreichen. Diese Krackte zur Erreichung des großen 
Zieles heranzubilden, muß Ausgabe der Arbeiterorganisationen sein. Hoffen 
wir, daß dieses bald gelingt. Die Forstarbeiterschaft hat viel, sehr viel nach 
zuholen. Der bisher auf ihr lagernde Druck war zu schwer. Jetzt ist der Weg 
frei zur weiteren Emporarbeit. 
Die deutsche Forstarbeiterschaft wird mit dazu beitragen, daß unser arnies 
Volk durch eisernen Willen und Fleiß wieder zu der Stellung in der Welt 
kommt, die ihm gebührt. Dann wird die Zeit sein, den deutschen Wald dein 
gesamten Volke nutzbar zu machen.
	        
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