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Preußen und Dänemark wach; Befürchtungen, die zwar von Preußen
ausdrücklich für grundlos erklärt wurden, doch mit dem Hinzu
fügen, daß wirklich entsprechende Vorschläge von Österreich gemacht
worden seien. Auch die Direktorialregierung hatte den Städten
vertrauliche Mitteilung von der beabsichtigten Mediatisierung zu
kommen lassen. Als diese nun bei ihr um Unterstützung nach
suchten, ersah sie sogleich die günstige Gelegenheit, ihrer trostlosen
Finanzlage mit Hilfe des blühenden Handels der Hansestädte auf
zuhelfen. Der hansische Geschäftsträger in Paris, Schlüter, er
schreckt durch französische Drohungen mit Embargo, ließ sich zu
übereilten Zugeständnissen herbei; nach langen Verhandlungen
mußten sich die Städte zum zweiten Male zur Zahlung einer
erheblichen Summe (Hamburg 4, Bremen 2 Millionen, Lübeck
800000 fr.) bequemen, die zwar offiziell den Charakter einer
Anleihe trug, aber bei der Wertlosigkeit der in Austausch ge
gebenen „batavischen Reskriptionen" doch ein bedeutendes Opfer
darstellte. Dafür sagte Frankreich seine Beihilfe auf den eben
beginnenden Verhandlungen des Rastatter Friedenskongresses zu.
Diese wurde denn auch mit so auffälliger Bereitwilligkeit geleistet,
daß namentlich Bremen in ein schiefes Licht gerückt wurde. Es
ist aber bekannt, welches Ende der Kongreß nahm. Erst »ach dem
Abschluß des Friedens von Luneville schienen sich die Städte
ihrem Ziele zu nähern. Napoleon, der sich freilich nicht gescheut
hatte, sie inzwischen noch zweimal zum Objekt seiner Gelderpressungs
versuche zu machen — zur Beilegung der Affäre Chapeaurouge
mußte Hamburg wieder für ruehr als 4 Millionen bataoische
Reskriptionen kaufen — sprach feierlich seine Absicht aus, die Un
abhängigkeit der Hansestädte zu schützen. Seine Äußerung war
lediglich dadurch veranlaßt, daß Preußen Miene machte, ihm i»
diesem „Schutz" durch Besetzung der Städte zuvor zu kommen. Es
handelte sich damals um das Vorgehen des zweiten nordischen
Neutralitätsbündnisses gegen England, in dessen Verfolg Hamburg
in der Tat kurze Zeit (März — Mai 1801) dänische Truppen in
seinen Mauern sah. Wie unwirksam der so eifrig angetragene
Schutz der Nachbarmächte, mochte er nun von französischer, preußischer
oder dänischer Seite kommen, in Wirklichkeit war, das erwies sich
freilich gerade in diesen Tagen zur Genüge. Englands Über
macht zur See trat klar in Erscheinung. Nach der Schlacht auf