Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

ALTE ENGLISCHE ANZEIGEN 
Von der Entwicklung des englischen Zeitungswesens gibt 
nach H. Sampson folgende Statistik eine Übersicht: 
Im Jahre verkaufte Exemplare 
1753 7411757 
1760 9494790 
1767 11300980 
1790 14035636 
1792 15005760 
Der „Mercurius Politicus‘‘ vom 30. September 1658 enthält 
z. B. folgendes Inserat: „Der ausgezeichnete, durch alle Ärzte 
geprüfte China Thee, bei den Chinesen genannt Teha, bei an- 
deren Nationen Tay, anders Tee ist in des Sultaness Haupt 
Cafechaus in Sweetings Rents bei der englischen Börse erhält- 
lich“. Kurz darauf folgt eine Geheimmittelanzeige in diesem 
Blatte, und bald nachher schon finden wir in den verschiedenen 
Blättern häufig Reklamenotizen über „Nervenpulver‘‘, „Anti- 
mon-Becher‘‘, „Zahnpulver, um die Zähne zu scheuern und 
sie weiß zu machen wie Elfenbein‘. 
Alle diese Zeitungen hatten Oktavformat. 
Erst nach dem Abschlusse der Revolution von 1688 
scheint dem Publikum der wahre Wert des Anzeigewesens 
allmählich klar zu sein. Der Unternehmungsgeist regt sich 
in jeder Form und machte sich in den Inseratenspalten der 
Zeitungen bemerkbar, die sowohl an Umfang wie an Zahl zu- 
nehmen. 
Im 18. Jahrhundert nahmen die Anzeigen in den Zeitungen 
immer mehr zu: namentlich war es auch die Provinzpresse, die 
dadurch mächtig gefördert wurde. Eine drückende Last bildete 
dagegen die Inseratensteuer, Cie 1701 trotz aller Proteste ein- 
geführt wurde, Die Steuer betrug einen Schilling für jede 
Anzeige ohne Rücksicht auf deren Größe. Dazu kam 1712 auch 
noch die Zeitungsstempel-Taxe, so daß die Zeitungen nur mehr 
den wohlhabenden Klassen zugänglich waren. Aber auch diese 
Fesseln vermochten den Aufschwung des Zeitungswesens nicht 
dauernd zu verhindern. 
Im Jahre 1745 wurde der „General Advertiser‘“ ge- 
gründet, dessen Titel bereits andeutet, welchem Zwecke er 
gewidmet war. Diese Zeitung war der erste erfolgreiche Versuch 
in England, ein Blatt nur durch die darin enthaltenen Anzeigen
	        
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