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EINWANDERER-REKLAME
Hierbei ist zu betonen, daß bereits vor der Fremdenverkehrsreklame
die Propaganda für ganze Landesgebiete in
großem Umfange durchgeführt wurde. Das älteste Zeugnis
hierfür gibt uns das Alte Testament (4. Buch Moses,
Kapitel 13) durch den Bericht darüber, wie die Diener des
Moses die jüdische Bevölkerung für die Besiedelung des geiobten
Landes „Kanaan“ gewannen (s. Abb. 135). Die
diesbezügliche Bibelstelle lautet:
Und Moses schickte die Diener, zu erspähen das Land Kanaan.
Und sie kamen bis in das Tal Eschkol, schnitten dort eine Rebe mit
siner Weintraube ab, die sie auf einer Trage zu zweien trugen und
nahmen von den Äpfeln und Feigen. Und sie kehrten zurück vom
Erkunden des Landes nach Verlauf von 40 Tagen. Da gingen sie und
kamen zu Moses und Aron und zur ganzen Gemeinde der Söhne
[Israel in der Wüste Paran nach Kadis und brachten ihnen und der
ganzen Gemeinde Antwort und ließen sie die Früchte des Landes
schauen. Und erzählten ihm und sprachen: ‚‚Wir kamen in das Land,
wohin du uns gesendet; wahrlich, gesegnet ist es mit Milch und Honig,
und dieses ist seine Frucht.‘
Für die Besiedelung der neuentdeckten Erdteile wurde
in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit lebhafte Propaganda
gemacht; es wurde den Auswanderern unentgeltliche Landzuweisung
und die Beistellung von Geldmitteln, Ackergeräten
usw. versprochen. John Law machte nach “Gründung der
Compagnie des Indes 1719 große Propaganda für die Besiedlung
der Länder am Missisippi, wobei allerdings der Erfolg
dieser Aktion durch seinen bereits in das Jahr 1720 fallenden
geschäftlichen Zusammenbruch fast gänzlich verhindert wurde.
Die Werbetätigkeit für die Besiedlung Kanadas zur
Zewinnung neuer Einwanderer und Kolonisten knüpfte in
arster Linie an das Verfahren der großen Eisenbahngesellschaften
und an den Namen Clifford Stifton, Minister des
[nnern, an. Dieser errichtete in einer Reihe von Staaten
Agenturen, welche auch die Erzeugnisse von Kanada
vorzuführen hatten, sorgte für die Verbreitung der Kenntnisse
über das Land und den Stand seiner landwirtschaftlichen
Entwicklung durch Drucksachen und Abbildungen,
veranstaltete Ausflüge und Besuchsreisen von Zeitungsherausgebern,
von Personen, die als Landkäufer in Betracht
kamen usw. Hunderttausende wurden auf diese Art ausgegeben,
dafür aber stieg in dem Zeitraume seit Beginn der