PROPAGANDAAUTOS
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hand herstellen, die auf einem 35 pferdekräftigen Auto mon.
tiert, in ganz Mitteleuropa durch ihr Erscheinen den Sieges
zug der Wiener Messe wirksam versinnbildlichen sollten.
N
Abb. 137 Fremdenverkehrsreklame durch Propagandaautos.
(Wiener Messe 1026.)
Auf einem viereckigen Unterbau aus Blech sind das Kegeldach
der Rotunde mit der Laterne und der Messepalast genau nach dem
Original aufgesetzt (s. Abb. 137). Die Fenster des Unterbaues und der
Kuppel erstrahlen abends im Lichte zahlreicher Glühlampen. An drei
Seiten des Unterbaues sind transparante Aufschriften ‚, Wiener Jubi-
läumsmesse, 7.—13. März 1926‘ angebracht. Fahrer und Mitfahrer
sind durch ein Wetterdach geschützt und haben an der Seite ihres
Piatzes ein großes Fach zur Unterbringung der diversen Propaganda-
schriften der Messe. Die Insassen des Automobils haben die Auf-
gabe, überall die Propagandaschriften der Messe, Plakate, Prospekte,
Flugzettel usw. zu verteilen, so insbesondere in den Hotels, in den
großen Kaufmannsläden, bei Genossenschaften, landwirtschaftlichen
Vereinigungen und anderen Wirtschaftsverbänden.
In das Innere des Wagens hat die Messe auch einen Kinoapparat
montieren lassen; wenn der Prospekt an der Rückseite des Reklame-
autos hochgezogen wird, erscheint auf der Kinoleinwand ein überaus
lustiger Film: „Die Entdeckung Wiens auf dem Nordpol“.
Ein besonderes Mittel der Propaganda gewisser Länder
und Orte bilden das Metall- und Papiergeld, die Post-
wertzeichen und Poststempel. Die Verwendung der Brief-
marke für Propagandazwecke setzte erst einige Zeit nach ihrer
Einführung ein. Die Marke enthielt ursprünglich, wie es der
Zweckmäßigkeit entspricht, in der Mitte die Ziffer des Betrages