GEWERBE IM UMHERZIEHEN
alle Ausrufer der Stadt dingen, um die verschwundene Geliebte
seines Freundes aufspüren zu lassen.
Die Sorge um den Verkauf seiner Kupferstiche und Holz-
schnitte veranlaßte Albrecht Dürer, im Jahre 1520 eine
Reise in die Niederlande zu unternehmen. Auf dieser verkaufte
er seine Blätter selbst und sammelte Aufträge (s. Abb. 7).
Abb. 7. Kupferstichhändler, 18. Jh
(Wiener Kaufruf, Burgverlag Wien, 1924.)
Bis ins 19. Jahrhundert haben gewisse Handelszweige
ihre Geschäfte ausschließlich im Umherziehen mit Hilfe des
Ausrufes getätigt. So wurden Tinte, Strohmatten, gewisse oP-
tische Artikel, Mäusefallen, Kupferstiche, ausländische Würste,
Seilerartikel usw. nur auf diese Weise verkauft (s. Abb. 7u.8).
Im Mittelalter liefen die Ladenhalter, um sich die Ausrufer
zu ersparen, vielfach selbst vor ihrer Türe auf und ab, hielten
Passanten an und schrien: „Was wünschen Sie, meine Herren ?
Was suchen Sie, meine Damen?‘ Dann zählten sie eine Menge