Full text: Volkswirtschaftspolitik

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Güterumsatzpvlitik. 
nicht ausschließt und daß bei der Art und Weise, wie sich 
die Handelspolitik der Eingangszölle bedient, die Aussicht 
auf Einnahmesteigemng vielfach in hohem Grade mitgewirkt 
hat. 
Die handelspolitische Aufgabe der Zölle ist fünffacher Art. 
Als „bewegliche Zölle" („gleitende Zölle", „gleitende Zoll 
skala") sollen sie durch Regelung des Zu- und Abströmens 
der Waren über die Grenze innere Preisverschiebungen 
selbsttätig ausgleichen und dadurch der inneren Gütererzeugung 
die dem Gesamtbedürfnis entsprechende Einträglichkeit sichern. 
Zu dem Zwecke werden nach einem im voraus bestimmten 
Verhältnisse die Eingangszölle bei sinkenden Preisen erhöht, 
bei steigenden Preisen ermäßigt. (Bei beweglichen Ausfuhr 
zöllen wird umgekehrt vorgegangen.) Zugrunde liegt dabei 
die Auffassung, daß Zollveränderungen sich stets bald in'ent- 
sprechende Änderungen der Preise und der Warenbewegung 
über die Grenze umsetzen. Diese Auffassung ist nicht haltbar. 
Der tatsächliche Erfolg der beweglichen Zölle ist deshalb 
nicht erheblich gewesen. Bewegliche Eingangszölle haben 
früher u. a. in England, Frankreich, Portugal, Schweden, 
den Niederlanden bei Getreide Anwendung gefunden. In 
Deutschland wurde seit 1887 von verschiedenen Seiten auf 
bewegliche Zölle für Getreide, Mehl- und Mühlenerzeugnisse 
hingearbeitet, aber ohne Erfolg. Gegenwärtig finden sich nur 
bei einigen überseeischen Ländern bewegliche Zölle in Form 
von Ausfuhrzöllen. 
Die Verhandlungszölle und Verhandlungszu 
schläge enthalten Zölle und Zollzuschläge, die über, das 
eigene unmittelbare Bedürfnis des Landes hinausgehen und 
als Verhandlungsgegenstände bei Handelsvertragsverhand 
lungen dienen sollen. Sie sind bei einem „Doppeltarife" — 
s. S. 113 — ohne weiteres aus dem Vergleiche der Höchst- 
urid der Mindestsätze zu ersehen, während sie bei einem
	        
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