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KUNST UND WIRTSHAUSSCHILD
Alle diese Wirtshauszeichen, von denen sich ja noch ein
guter Teil an Ort und Stelle erhalten hat, waren, wenn auch
nicht immer Kunstwerke, so doch gute Schöpfungen handwerk-
licher Kunst, mochten sie nun aus Holz- oder Steinfiguren
bestehen, aus Wandgemälden, gemalten Bildern und Schildern
oder aus Blech- und Schmiedeeisenarbeit.
Abb. 20. Hölzernes Wirtshausschild „Zum goldenen Sternen“,
aus Zürich, 1670.
(Schweizerisches Landesmuseum, Zürich.)
Gute Vertreter dieser Arbeiten vom 16. bis tief ins 18. Jahr-
hundert hinein haben sich insbesondere in einer Reihe von
schweizerischen Museen erhalten. Als Beispiel seien aus dem
schweizerischen Landesmuseum in Zürich angeführt das älteste
Stück, das ist die kupfergetriebene Vollfigur eines Löwen
aus dem freien Amt im Aargau, um 1600, ferner findet man dort
teilweise sehr originelle Holztafeln, wie die vom ‚„Kindli“
in Zürich: „„Hie zum Kindli‘“ (s. Abb. 19), mit den Wappen der
acht alten Orte aus dem 17. Jahrhundert, eine holzgeschnitzte
Tafel „zum Affenwagen‘‘ 1624, mit der humoristischen Dar-
stellung eines mit Affen besetzten Reisewagens, die Tafeln
„zum goldenen Sternen‘‘ (s. Abb. 20), 1670, „„Hie zum Rößlein‘“‘
(s. Abb. 21), 1690, beide aus Zürich wie die obige, weisen