IC
KÜNSTLERISCHE LADENZEICHEN
einen vor der Türe eingerahmten buntbemalten Pfahl, welch
letztere Sitte noch heute in England und den Vereinigten
Staaten üblich ist. In Konstantinopel, wo der Barbier zu-
gleich auch Wundarzt und Zahnreißer ist, hängt er wohl
auch die von ihm ausgezogenen Zähne, zu hübschen Orna-
menten. zusammengereiht, im Schaufenster aus.
Die Kartenmacher hatten den die Weltkugel auf seinen
Schultern tragenden Atlas zum Symbol, die Kaufleute Merkur,
den Gott des Handels; Bier-
wirte den Gambrinus; Wein-
schenken den Bacchus; Gold-
schmiede pflegten das Ein-
horn oder einen goldenen
Arm mit einem Hammer,
Buchhändler den Kopf eines
Gelehrten, das Porträt Ho-
mers, Shakespeares oder Mil-
tons über der Türe zu be-
festigen. Leih- und Pfand-
häuserkennzeicheneten sich
lurch drei goldene Ku-
geln über dem Eingang des
Hauses. Dieses in Amerika
noch übliche Zeichen ist dem
Wappen der Medici ent-
nommen, aus deren Staaten
im Mittelalter vornehmlich
viele Geldwechsler kamen, Schließlich‘ waren auch die Abbil-
dungen hervorragender Männer, welche einstmals der Branche
angehört hatten, ein beliebtes Geschäftszeichen, s. z. B. das
Bild des Paracelsus für die Apotheker oder auch die Bilder
von Orten, in welchen die im Laden verkauften Waren er-
zeugt wurden.
Derartige Ladenzeichen wurden mitunter in künstlerischer
Weise ausgeführt. Über ein in London angebrachtes Zeichen
berichtet der ‚„„Spectator‘ vom 8. Jänner 1743: „Als wir die
Ludgate-Straße entlang schritten, gewahrten wir eine Menge
Menschen, welche ihre Blicke auf das äußerst splendide Aus-
hängeschild ‚Königin Elisabeth‘ gerichtet hielten, welches
A