14 UNGLÜCKSFÄLLE DURCH LADENZEICHEN
diejenigen Zeichen, welche durch ihr übermäßiges Gewicht
den Häusern Schaden zufügen könnten, bis zum St. Michaeltage
entfernt werden, widrigenfalls man in eine Strafe von
40 Pence verfalle.
Im Jahre 1718 riß ein derartiges überschweres Aushängeschild
in Brides Lane, Fleet-Street, London, durch sein Gewicht
die ganze Frontseite des Hauses ein, an welchem es befestigt
war;. bei dieser Gelegenheit gingen vier Menschenleben verloren.
. Derartige Vorkommnisse, die sich auch in anderen
Städten sehr oft ereignet haben mögen, veranlaßten die Behörden,
noch schärfere Gesetze bezüglich des Aushängens
der Zeichen zu erlassen.
In Frankreich wurden 1669 die übermäßig hohen und
schweren Zeichen verboten, nachdem bereits am 17. September
1761 in Paris befohlen worden war, daß innerhalb
eines Monates alle Aushängeschilder gegen die Wand geheftet
werden müßten. Sie durften von der Hauswand nicht weiter als
+ Zoll abstehen, auch durften die Ornamente nicht weiter in die
Straßen hineinragen. Die Zeichen und ihre eisernen Träger
mußten ganz beseitigt werden, damit die Passage frei werde.
In London wurden im November 1762 die gleichen Verfügungen
erlassen und so verschwanden allgemach die Ladenzeichen,
die überdies durch die immer mehr eingeführten Firmenschilder
überflüssig geworden waren.
e) Die neueste Zeit.
Als um Mitte des 19. Jahrhunderts die Kenntnis des
Lesens und Schreibens den weitesten Kreisen zugänglich
wurde, bildeten die verschiedenen Namen der Firmeninhaber
und Geschäfte hinreichende Unterscheidungsmöglichkeit,
An die Stelle des Zeichens, des Symbols, trat das geschriebene
Wort, und wenn sich hie und da ein Geschäftshaus auch
noch eines Zeichens bediente, so hat das Firmaschild im großen
die Ladenzeichen überall verdrängt. Nur hie und da sieht
man eine riesige, hölzerne Flinte, einen übermäßig großen
Handschuh, einen vergoldeten Riesenstiefel oder eine Riesenbrezel
aushängen, daneben oder darüber prangt auch sicherlich
stets in fußhohen Lettern der Name des Ladenbesitzers.