Object : Die Schweiz

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Kinderarbeit

Landflucht

Werden.  Für  die  Hausarbeit  gelten  diese  Schutzbestimmungen ­
  nicht  Da  wird  häufig  in  zu  kleinen,  schlecht
gelüfteten  und  ungenügend  hellen  Räumen  gearbeitet,
ganz  zu  schweigen  von  den  feuchten  Stickerei-  und  Webkellern
  des  St.  Galler  Industriegebietes.  Anhaltende
Nachtarbeit,  bei  dringenden  Aufträgen  üblich,  erschöpft
frühzeitig  die  Kräfte.  Wenn  die  Arbeitsstelle  gleichzeitig
als  Wohnraum  dienen  muß,  so  leidet  darunter  die  Gesundheit ­
  der  ganzen  Familie.
Die  Großindustrie  entzieht  den  Arbeiter  seiner  Familie ­
  und  mindert  so  das  Gefühl  der  engen  Zusammengehörigkeit. ­
  Es  gilt  als  größter  Vorzug  der  Heimarbeit,
daß  der  Vater  im  Familienkreis  bleibt  und  seinen  Einfluß
bei  der  Erziehung  der  Kinder  ausüben  kann.  Dem  steht
als  schwerer  Nachteil  gegenüber,  daß  gerade  in  der  Hausindustrie ­
  bei  dem  Mangel  an  Gesetzesvorschriften  die
kindliche  Arbeitskraft  ausgebeutet  wird;  die  Stickerei  ist
wegen  der  übermäßigen  Kinderarbeit  geradezu  berüchtigt.
Der  ständige  Aufenthalt  in  ungesunden  Räumen  und  die
Überarbeitung  schädigen  die  körperliche  und  geistige  Entwicklung ­
  der  Kinder;  das  ist  zweifellos  die  schlimmste
Begleiterscheinung  der  Hausindustrie.
9.  Industrie  rr.
Je  mächtiger  die  Industrie  anwuchs,  desto  stärker
war  ihre  Wirkung  auf  den  Landbau.  Mißmutig  sah  der
Bauer  die  Arbeiter  scharenweise  die  Scholle  verlassen  und
den  Städten,  und  Jndustrieorten  zueilen,  >vo  sie  bei  gesetzlich ­
  beschränkter  Arbeitszeit  und  höherem  Lohn  ihre
Lage  zu  verbessern  meinten.  Infolge  der  Landflucht  trat
im  Bauernstand  Arbeitermangel  ein,  der  die  Löhne  in
die  Höhe  trieb  und  die  landwirtschaftliche  Produktion
verteuerte.  Günstiger  war  die  Stimmung  des  Bauern
meist  gegenüber  solchen  Unternehmen,  an  denen  er  als
Lieferant  direkt  interessiert  ist,  wie  Konservenfabriken,
Milchsiedereien,  Zuckerfabrik  Aarberg.  Wie  der  Zug  nach
            
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