ein großer und es gibt eine Reihe namhafter Sägebetriebe
im Lande. Infolge der allgemeinen Wirtschaftslage,
der hohen Steuerbelastung der Produktion und
der wesentlich höheren Kosten der Produktion überhaupt,
leidet die Landwirtschaft an einer schweren
Absatzkrise und die Verschuldung, namentlich der Geirgsbauernschaft,
hat sehr stark überhand genommen.
Durch Schaffung des Landeskulturförderungsgesetzes
wurde die Grundlage für die Förderung der Landwirtschaft
geschaffen, ferner ist auch die Landes-Landwirtschaftskammer,
die berufsständische Organisation
der Bauernschaft, die so segensreich wirkt, eine Schöpung
des niederösterreichischen Landtages; ebenso das
Weidegesetz, die Maßnahmen für die Förderungen
des Weinbaues, die Neuaufrichtung des Landesmusterkellers
als selbständige Einrichtung des Landes
und vieles andere. Die berühmten landwirtschaftlichen
Fachschulen des Landes wurden wesentlich ausgebaut.
m Zuge der Bodenreform wurden im Wege der
Wiederbesiedlung II5 ganze gelegte Bauernwirtschaften
mit einer Fläche von zusammen zirka 2300 Hektar
wieder aufgerichtet und der bäuerlichen Bewirtschaftung
zugeführt. In 1200 Fällen wurden ehemalige
Bestandteile von Bauerngütern oder Häusleranwesen
oder der Ersatz hiefür in Grund und Boden im Gesamtausmaße
von zirka 2500 Hektar mit den Stammwirtschaften
wieder vereinigt und so die Besitzfestigung
dieser Anwesen erzielt. In 109 Fällen hat die Agrarbehörde
Luftkeuschen mit 212 Hektar zugehörigen
Gründen abgelöst und den bisherigen Besitzern als
Figentum übergeben.
In Durchführung des Alm- und Weidegesetzes
wurden über 160 Grundkomplexe als Almen oder
ständige Weiden erklärt. Hieran schließen sich natürlich
auch die schwierigen Arbeiten der Grundzusammen-'egungen.
Von den 70 anhängigen Zusammenlegungen
konnten 24 vollständig abgeschlossen, 24 in der Natur
‘aktisch durchgeführt werden, womit 46.000 Hektar
nit über 5000 beteiligten Besitzern der Kommassierung
ınd damit der rationellen Bewirtschaftung zugeführt
werden konnten.
Ein reges Augenmerk wendete natürlich auch die
Landesregierung der Gesunderhaltung der Viehbestände
und der Bekämpfung der Tierseuchen zu.
Schutzimpfungen im ganzen Lande sowie Untersuchungen
wurden vorgenommen und in letzter Zeit
erst ein mit allen modernen wissenschaftlichen Behelfen
ausgestattetes veterinär-ärztliches l.aboratoriuoum geschaffen.
WUeliorationen und Wasserbau.
Fine große und ausdauernde Arbeitsleistung mußte
aufgewendet werden, um vom Jahre I919 an die
während des Krieges unterbrochene Tätigkeit auf dem
Gebiete des kulturtechnischen Wasserbaues wieder zum
Aufstieg zu bringen. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit
der Entwässerungen für die Bodenproduktionssteigerung
einerseits und der Beschaffung
2inwandfreien Wassers für die Hauswirtschaft anderzeits
drückt sich am besten in den Erfolgen der Jahre
'027 und 1928 aus, in denen die Höchstleistungen
der Jahre vor dem Kriege noch bedeutend überschritten
wurden. Während im Jahre1922 nur 405 Hektar
drainiert und in Verbindung damit 109.200 Meter
Grabenregulierungen zur Ausführung gebracht wurden,
iteigerten sich die Durchführungen im Jahre 1927 auf
780 Hektar und 36.500 Meter Vorflutbeschaffung.
Die Wasserversorgungsanlagen nahmen überhaupt
arst in den letzten zwei Jahren einen Aufschwung, in
welchen 28 Gemeinden einwandfreie Trinkwasseranlagen
erhielten.
Insgesamt wurden in den zehn Jahren nach dem
Kriege auf einer Grundfläche von über 0000 Hektar
durch Herstellung von Drainagen, mit welchen mehr
als 180.000 Meter Vorflutbeschaffungen durch Grabenregulierungen
verbunden waren, die Vorbedingungen
für eine zweckentsprechende Bewirtschaftung geschaffen.
Das Erfordernis hiefür überschreitet in der Nach-Kriegszeit
bisher den Betrag von 3,000.000 Schilling.
Wie die meisten Zweige der produktiven öffentlichen
Tätigkeit war auch die Tätigkeit des Landes
Niederösterreich auf dem Gebiete der Gewässerregulierungen
durch den Krieg außerordentlich beeinträchtigt
worden. In der Nachkriegszeit wurde vom
Lande außer einer sehr namhaften Reihe von kleineren
Regulierungen und örtlichen Schutzbauten eine
große Anzahl sehr umfangreicher Regulierungswerke
ausgeführt. Durch diese Arbeiten wurden rund 2000
bis 3000 Arbeiter, die meist dem Stande der Arbeitsosen
entnommen sind, beschäftigt, wobei an 70 Maschinen
nahezu ständig in Betrieb sind.
Straßenwesen.
Die Bundesstraßenverwaltung im Lande Nieder-5sterreich
hat in Erkenntnis, daß mit den bisherigen
3au- und Erhaltungsmethoden das Auskommen nicht
zu finden sei, im Jahre 1025 eine Versuchsstrecke
im Zuge der Triester Bundesstraße hei Traiskirchen
ıngelegt, in welcher zehn verschiedene Arten
noderner staub- und kotfreier Straßenbefestigungen
erprobt wurden. Im Jahre 1926 hat die Bundesstraßenverwaltung
ein generelles Projekt für den neuzeitigen
\usbau der niederösterreichischen Bundesstraßen auszearbeitet.
Die Straßenzüge wurden nach ihrer Verkehrsbedeutung
in drei Gruppen eingeteilt, die für
‚hren etappenweisen Ausbau maßgebend sind. In die
erste Ausbaugruppe fallen die Triester-, Linzer- und
Oedenburgerstraße in ihrer ganzen Länge und die Ausallstraßen
von Wien, das sind die Pragerstraße bis
Stockerau, die Brünnerstraße bis Wolkersdorf, die
Preßburgerstraße bis Fischamend und die Bruckerstraße
bis Schwadorf, Im Jahre 1928 wurde mit der
\usbauaktion in der ersten Gruppe, insbesondere auf
den verkehrsreichsten Straßen, das sind die Triester-