nun dahin, daß da Gewichtszahlen stehen für Teppiche oder
Gießereiwaren oder Silberwaren, daß es aber für die Statistik
völlig gleichgültig ist, welche „Wertigkeit“ diese Waren neben dem
Gewicht besitzen, wie nun eigentlich dieser Teppich gemustert ist,
ob er scheußlich oder anständig ist. Denn die Statistik kann eben
nur alle so und so bestimmten Rohmaterialien, aus denen ein
Stück gefertigt ist, feststellen, auch ihre Technik, kann aber nicht
feststellen die Höhe der Qualitätsleistung und noch weniger das,
was an Formideen in diesem Exportartikel drim steckt. Es ist
also damals schon sehr problematisch gewesen, die Dinge, die in
unserm Sinne beim Export von so außerordentlichem Wert sind,
festzustellen. Denn dem Kaufmann oder der Volkswirtschaft
schlechthin ist das verhältnismäßig gleichgültig; ihm genügen die
Gewichtszahlen, ihm genügt der Abschluß der großen Kolonnen,
die zusammen addiert werden. Und für uns mußte es damals
eine Sorge sein und muß es heute noch bleiben, ob zu dieser rein
nach äußerlichen Momenten aufgestellten Statististk das hinzu—
tritt, daß wir in der Ware, die hinaus geht, nicht bloß Mittel
der Handelsbilanz, sondern eine wirkende Kraft, eine werbende
Kraft, die statistisch nicht feststellbar ist, für unsere deutsche Wirt—
schaft und unser deutsches Ansehen haben.
Der Krieg bedeutet handelspolitisch und wirtschaftspolitisch die
große Zäsur. Die industriewirtschaftliche Produktion hatte damals
mit den Dingen der feinen Qualität, auch mit den Fragen der
Hereinschaffung von Devisen für die deutsche Wirtschaft, nichts
mehr zu tun. Unser Freund Bruckmann fabrizierte statt schöner
Silbersachen Granaten für den Krieg, und Schmidt-Hellerau hat
die Holzkästen dazu hergestellt, so daß Spitzenleistungen der deut—
schen Werkbundfirmen nun ganz selbstverständlich in die Aufgabe
der ganzen Kriegsmaterialversorgung hinein sinken. Davon ist
nicht zu sprechen. Die Nachkriegszeit wirft zunächst alle unsere
volkswirtschaftlichen Normaldenkmethoden um und bringt uns
auch in eine wirtschaftliche Auseinandersetzung mit dem, was
politisch während des Krieges und zum Kriegsende heranzieht,
mit dem, was im Versailler Vertrage einen nicht so ganz ab—
schließenden Ausdruck findet, wie es die ursprünglichen Pariser
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