wille eines Riesenkomitees, dessen Arbeit sicherlich reich an Kom—
promissen jeder Art gewesen ist. Man hat sofort den Eindruck:
es ist ganz ausgeschlossen, daß die getroffene Auswahl — auch
der Architekten, die dort bauen durften — wirklich das in den
Vordergrund gestellt hat, was an der modernen Produktion
Frankreichs das Wichtigste ist. Schon eine flüchtige Fahrt durch
Frankreich zeigt, daß heute offenbar eine Reihe von durchaus be—
achtlichen architektonischen Talenten dort vorhanden sind.
Die Architektur der Ausstellung ist höchst unerfreulich. Es ist
im Grunde nicht viel mehr als die hohle Ausstellungsarchitektur
früherer Zeiten, nur ohne die Phantastik, die früher manchmal
immerhin noch etwas Erfreuliches hatte. Das schlimmste ist das
„französische Dorf“, das von einer geschlossenen Gruppe von
Architekten, die sich „modern“ nennen, gebaut wurde. Man kann
sich nicht denken, daß dieses Dorf, das so etwas wie ein Muster
für den Wiederaufbau abgeben soll, irgendwie bezeichnend ist für
die Gesinnung, die beim Wiederaufbau maßgebend ist. Es steht
nicht nur im schärfsten Gegensatz zu dem stark typischen Charakter
aller bisherigen französischen Architektur, es ist zudem noch ein
Zeugnis eines in der schlimmsten Willkür befangenen Sub—
jektivismus, einer Zuchtlosigkeit der Formen, die kaum noch über—
boten werden kann, und die uns Deutsche recht veraltet anmutet.
Allerdings, mit einer gewissen Überraschung stellt man fest,
daß jener Programmpunkt, wonach jegliche Anwendung von
historischen Formen verboten sein sollte, offenbar wirklich ernst
genommen worden ist: mit einziger Ausnahme des vollkommen
aus dem Rahmen fallenden italienischen Pavillons, der in
Renaissanceformen gehalten ist, ist in der Tat jede historische
Form vermieden, und das gilt auch für die ausgestellten Objekte.
Es wäre natürlich ein Fehlschluß, wenn man glauben würde,
daß nun die alten Formen in Frankreich überhaupt nicht mehr
angewendet werden. Aber es ist immerhin erstaunlich, daß es
möglich war, die ganze traditionelle Produktion auszuschalten
und eine Ausstellung größten Umfanges zusammenzubringen, die
nur moderne Formen enthält.
Bei näherer Betrachtung der Ausstellung wird der Eindruck
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