Außerdem *' besteht - bei der Lebendvieheinfuhr ımmer die
Seucheneinschleppungsgefahr, die bei der Gefrierfleischeinfuhr gleich
Null ist, ‘
Bei der der Schweinefleisel:versorgung .dienenden- Einfuhr von
Schweinen, Schweinefleisch und Futtermitteln zeigte das Bild Nr. 5
für Futtermittel die höchste Belastung, und es bedarf keiner Frage,
daß die Förderung des.heimischen Futtermittelbaues
und besonders die Konservierung der im Lande produzierten Futtermittel
(Kartoffeltrocknung, Silage usw.) volkswirtschaftlich von
größter Wichtigkeit ist.
Aus dem umstehenden Bild geht aber hervor, daß wir die
zur Herstellung von einem Pfund Schweinefleisch nötigen Futtermittel
immer: noch billiger vom Ausland bekommen können.
als das. Fleisch.
Als billigstes Einfuhrprodukt bleibt somit von allen Fleischarten
das Gefrierfleisch übrig. Hier ist besonders die intertessante
Tatsache festzustellen, daß der alte Satz „Die Einfuhr
von Rohstoffen ist besser als die Einfuhr von
Fertigfabrikaten“. bei einer Parallele zwischen Gefrierfleischund
Futtermitteleinfuhr seine Gülti gkeit verloren hat, denn,
wie das Bild zeigt, brauchen wir für das Fertigfabrikat Gefrierfleisch
in diesem Falle weniger an das Ausland zu zahlen, als für
den Rohstoff Futtermittel.
Damit soll noch nicht gesagt sein, daB man etwa die Futtermitteleinfuhr
grundsätzlich durch Gefrierfleischeinfuhr ersetzen solle.
Das wäre erstens mengenmäßig unmöglich, zweitens würde die
stark gesteigerte Nachfrage nach Gefrierfleisch dessen Weltmarktpreis
ebenso in die Höhe treiben, wie durch die verringerte Nachfrage
nach Futtermitteln, deren Weltmarktpreis zum Sinken gebracht
würde, so daß ‚diese dann‘ nicht mehr, wie hier gezeigt, teurer,
sondern billiger‘ als Gefrierfleisch' wären. Nur soviel muß festgestellt
werden, daß sich Gefrierfleisch und Futtermittel in der
Wirtschaftlichkeit der Einfuhr die Wage halten und. die billigsten
Einfuhrwege sind, die‘ grundsätzlich gleichmäßig offengehalten
werden sollten. ; BE
Insgesamt: betrachtet, geht aus dem Bild hervor, daß, selbst
wenn lediglich die teureren Arten. der Fleischeinfuhr durch die billi:
geren ersetzt: würden, bei gleicher Gesamteinfuhr eine wesentliche
Entlastung der Handelsbilanz erreicht, die Inlandsproduktion im den
rentableren Produktionszweigen gestärkt und die Fleischversorgung
der Minderbemittelten wesentlich verbessert werden kann.
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