Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Erstes Kapitel. 
Das KRönigkum und die Rämpfe wischen 
Jürsten, Adel und Städten in der weiten 
Hãlfte des 14. Jahrhunderts. 
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts lag die gegensätz— 
liche Entwicklung der Territorien und Städte klar zu Tage. 
Spielten in sie noch die politischen Anforderungen des Adels 
hinein, so waren sie doch nicht mehr in der Lage, den großen 
Dualismus der nationalen Geschichte zu verdunkeln. 
Zur Geltung gelangte der Adel damals, wie gelegentlich 
noch später bis zu seinem letzten selbständigen Eingreifen in den 
zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts“, nur noch dadurch, 
daß er korporativ geschlossen auftrat: mehr als irgend ein 
anderer Stand des ausgehenden Mittelalters wirkte er politisch 
als rein soziale Masse; die Individualitäten standen in ihm 
his zu dem Grade zurück, daß sie auch der eingehenden For⸗ 
schung unserer Tage noch teilweis unerkennbar geblieben sind. 
In dieser Hinsicht bestand ein Unterschied zwischen dem 
Adel und den sozialen Gruppen der Landesherren und des 
Bürgertums. Territorien wie Großstädte — und nur diese 
Vgl. Band V, 1G. 327 ff.
	        
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