Ueber die Fonksche Angelegenheit hatte Bachem auch das
zweibändige, 1822 in Coblenz bei H. J. Hölscher erschienene, über
Th Hundert Seiten starke Werk „Der Kampf um Recht
und Wahrheit in dem fünfjährigen Criminalprozesse gegen
Peter Anton Fonk von Cöln, von ihm selbst herausgegeben und
seinen Mitbürgern gewidmet“ in Kommissionsverlag genommen.
Auch die Erziehungswissenschaft war schon im Jahre
1822 im Bachemschen V erlag vertreten, ln dem übrigens heute
noch lesenswerten Buche „Fractische Vorschläge zur Ein
richtung und Verbesse rung des gesammtenElementar-
schul-undünterrichtswesensinDeutschiand“ erweist
sich Dr. Johann Christian Mult er zu Marburg als ein trefflicher
Erzieher; nur von der Verwendung der Frau als Lehrerin hält
er nicht viel, weil sie „eine Erfindung der neuern tändelnden
Pädagogik“ sei. „Die weiblichen Klippen sind Eitelkeit, Empfin
delei, Gefallsucht u. dgl., die selbst durch das Beispiel der Lehre
rinnen mehr genährt als richtig geleitet werden.“
Zu den Verlagswerken erzieherischer Natur der Firma aus
dem gleichen Jahre wird man auch eines rechnen müssen, dessen
Vorhandensein wohl einiges Erstaunen zu wecken geeignet ist,
nämlich Dr. Martin Luthers Enchiridion (Der kleine Kate
chismus, für die gemeinen Pfarrherren und Prediger), heraus
gegeben von dem Kölner Konsistorialrat und Evangelischen
Pfarrer Dr. Chr. G. Bruch. In seiner Vorerinnerung, die der
Vorrede Luthers vorangeht, sagt der Herausgeber, die jungen
Christen sollen damit „in den Stand gesetzt werden, den gewöhn
lichen Einwürfen, womit man im gemeinsamen Leben, besonders
unter anderen Glaubensgenossen, ihre Ueberzeugung wankend
zu machen versucht, zu begegnen.“
Das Erscheinen eines solchen Büchleins wie auch der oben aufge
führten Broschüren über die gemischten Ehen in dem Verlage eines
katholischen Verlegers gehört zu den Zeichen einer religiösen Unklarheit,
welche in der damaligen Zeit noch vielfach herrschte. Auch die Firma
Bachem mußte durch diese Unklarheit hindurch, bis sich später, doch weit
früher als an vielen andern Stellen, eine klare, dem Bekenntnis der
Geschäftsinhaber entsprechende Richtuug des Verlags herausbildete.
(Weiteres hierzu bei Karl Bachem, Josef Bachem I, S. 84, 91 ff., 94 ff.)
Die Buntheit des Verlags zu jener Zeit wird durch eine Schrift
über Augenkrankheiten gekennzeichnet, die veranlaßt worden
war durch die Behauptung, daß um das Jahr 1820 die ansteckende