Full text: Das Arbeitsrecht der Čechoslovakischen Republik

heimarbeit durchgeführt, im Jahre 1896 veranlaßte das österreichische 
Handelsministerium die Handels- und Gewerbekammern zur Samm— 
ung und Vorlage von diesbezüglichem Material, bei der Betriebs— 
zählung vom 8. Juni 1902 wurden mittelst eigener Heimarbeiter— 
arten die Zahl der Betriebe, in denen Heimarbeiter beschäftigt wur— 
den und die Zahl der Heimarbeiter erhoben, nachdem bereiis im Jahre 
1900 auf Grund besonders durchgeführter Erhebungen der dreibän— 
dige Bericht der Gewerbeinspektoren über die Heimarbeit in Österreich 
erschienen war. (Der erste Band behandelt die Heimarbeit in Böhmen. 
der II. Band die Heimarbeit in Mähren, Schlesien und in den 
arpatenländern, der III. Band die der übrigen Kronländer.) Das 
im Jahre 1898 gegründete arbeitsstatistische Amt hatte über Anregung 
der Arbeitervertreter des Arbeitsbeirates, welcher einen eigenen Heim— 
arbeiterausschuß wählte, mehree Enqueten durchgeführt, so über die 
Verhältnisse in der Kleider- und Wäschekonfektion, über die Verhält— 
nisse im Schuhmachergewerbe. Auch wertvolle schriftstellerische Arbeit 
lag vor, so ist besonders zu nennen: Schwiedland, Kleingewerbe und 
Hausindustrie in Osterreich, Leipzig 1803, H. Herz behandelte in einer 
1904 in Brünn erschienen Arbeit: Die Heimarbeit und der Notstand 
der Heimarbeiter in der mährischen Textilindustrie. 
Die Ergebnisse der Heimarbeiterzählung bei der Betriebszählung 
dom 3. Juni 1902 wiesen auf die besondere Bedeutung dieser Frage 
für die Sudetenländer hin. 
Es wurden gezählt 8356. 995 Betriebe, in denen Heimarbeiter 
beschäftigt waren, und 463. 5336 beschäftigte Personen. Wenn diese 
dahl, die aus verschiedenen Gründen die Wirklichkeit nicht ganz traf. 
derglichen war mit der mit 26,630. 000 anzunehmenden Gesamtbe— 
oölkerung sterreichs, so geht schon daraus hervor, welch verhältnis— 
mäßig großer Bevölkerungsteil in Heimarbeit stand. Von der ge— 
nannten Zahl der Betriebe und beschäftigten Personen entfielen 
Betriebe mit tätigen 
Personen 
151. 666 211.497 
119.663 140. 338 
Textilindustrie 
Bekleidungsindustrie 
„Industrie von Holz-, Flecht— 
und Schnitzwaren 
uuf die Industrie von Stein-, Erd— 
und Glaswaren 
dauf die Metallindustrie 
34616 
46. 580 
13. 794 20. 194 
1223835 15.362 
. Aus den vorstehenden Ziffern ist die besondere Bedeutung der 
deimarbeit für die Textilindustrie zu beachten, welche an erster Stelle 
teht; hier kommen besonders in Betracht die Leinen- und Tuch— 
veberei. die Spitzenklöppelei und Strickerei. Die genannten Industrien 
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