Full text : Rationalisierung als Kulturfaktor

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thymikers gegenüberstellt, der zur Spaltung seines Bewußtseins bis
zu einem gewissen Grade neigt und fähig ist, sich mehr oder weniger
rasch zu gewöhnen und anzupassen. Bei dem Typ der Anpassungs⸗
faͤhigsten arbeitet der motorische Nervenapparat fast willenlos, ohne
bewußte Sinneskontrolle unter dem rhythmischen Zwange der me⸗
chanisierten Arbeit, die Gedanken dieses Arbeitertypus können fast
unbeschwert von der Arbeit sinnieren oder in die Ferne schweifen. Bei
der mittleren Gruppe teilt sich das seelische Erleben zwischen der Arbeit
und ihrem mechanischen Verlauf einerseits, die man nach eingetretener
UÜbungsgelaͤufigkeit aus einer Art Gewissenhaftigkeit nebenher noch
kontrolliert, um nicht viel Fehler zu machen, und einem aus Gleich⸗
gültigkeit gegen die reizlose Arbeit erklärlichen Abgleiten der Gedanken
auf andere Dinge. Ein ruhiges Phlegma läßt hier keine starke Aktivität
in der Arbeit oder im Gegensatz zur Arbeit aufkommen. Der zuerst
genannte Typus aber, der Ganzheitstypus, der mit voller Persoönlich⸗
—DD00—
widmet, will die Arbeit bewußt auch richtig meistern und sucht einen
fehlerfreien ausgiebigen Arbeitseffekt mit zielsicherem Willen zu er⸗
streben. Dabei geraͤt seine geistige Spontaneität aber oft in Konflikt mit
dem Zwange, den die Gleichförmigkeit des Arbeitsverlaufs mit ihrem
vorgeschriebenen Tempo seinem Vorwaͤrtsstreben entgegenstellt;
körperliche Fehler und andere Hemmungen treten ein und schaffen ein
Unlustgefühl, das der gleichgültige Phlegmatiker kaum kennt und das
förmlich kontrastiert zu dem anscheinenden Behagen, mit dem der
neutrale Typ seine eingeübten Sinne und Muskeln mit dem Arbeits⸗
rhythmus automatisch laufen läßt, während er gedanklich außerhalb
der Arbeit steht und von dem Vergnügen oder dem Arger träumt, die
nach Verlassen der Arbeitsschicht daheim oder in einer Versammlung
seiner warten.
Auch die englische Psychologin Isabel Burnett hat — worauf
Professor Waldemar Zimmermann in einer bedeutsamen Artikel⸗
serie über „Psychische Wirkungen der Rationalisierung auf die Ar⸗

B. Betrachtungen
            
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