Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

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A. Tatsachen 
Handwerk rationalisierend ein. Soweit sie innerhalb ihrer Mitglied⸗ 
schaft Erhebungen über die tatsächlichen Gestehungskosten der Mit⸗ 
glieder veranstalten, suchen sie bei dieser Gelegenheit auch die schwaͤche⸗ 
ren Mitglieder zur Anwendung technischer und kaufmaͤnnischer Ratio⸗ 
nalisierungs maßnahmen zu veranlassen. Nicht selten erliegen diese 
Kartelle jedoch der Versuchung, die Preise nach den Produktionskosten 
des schwaͤchsten Mitgliedes festzusetzen. Hieraus ergibt sich eine 
Differenzialrente für die leistungsfähigeren Mitglieder, die es ihnen 
gestattet, auch mit veralteten Produktionsmethoden weiter zu arbeiten 
und so von Rationalisierungs maßnahmen abzusehen. Andererseits 
—RDD 
Umfang ihrer Betriebe in einem Ausmaße zu erweitern, der zu 
der Produktionskapazitaͤt in keinem angemessenen Verhaltnis mehr 
steht. 
Von noch groößerer Bedeutung für die Durchführung der Rationali⸗ 
sierung sind die Kontingentierungskartelle, deren Aufgabe die 
unmittelbare Anpassung der Produktion an den Bedarf auf dem Wege 
der Produktions⸗ und Absatzkontingentierung oder ⸗Spezialisierung 
ist. Am häufigsten werden in diesen Verbänden Vereinbarungen über 
Produktions⸗ und Absatzmengen innerhalb eines begrenzten Zeit⸗ 
raumes getroffen, vor allem bei der Produktion von Massenwaren. 
Daneben ergeben sich in steigendem Maße auch Abreden über Speziali⸗ 
sierung der Produktion, Übereinkommen also nicht nur über die 
Mengen, sondern auch über die Art der produzierten Ware. In allen 
diesen Fällen handelt es sich um die Aufteilung des Marktes und die 
Zuweisung eines bestimmten Kundenkreises an die einzelnen Mit⸗ 
glieder. Diese Arbeitsteilung in technischer, organisatorischer und 
wirtschaftlicher Hinsicht führt naturgemäß zu erheblichen Ersparnissen, 
die wiederum der Rationalisierung zugute kommen können. Anderer⸗ 
seits birgt die Quotenzuweisung jedoch die Gefahr einer gewissen 
Stagnation in der Betriebsführung und Betriebsverbesserung in 
sich. Der Expansionsdrang wird durch die Mengenbeschränkung leicht
	        
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