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A. Tatsachen
nalisierungsfrage in erster Linie besorgt um die gewerkschaftspolitischen
und arbeitsrechtlichen Wandlungen im Verfolg der Rationalisierung.
Die amerikanischen Gewerkschaften sehen die mit der Rationalisie⸗
rung stets organisch verbundenen Bestrebungen auf Schaffung von
Werksgemeinschaften mit dem Ziele der betriebs weisen Ab⸗
rede zwischen Arbeitgeber und Belegschaft ohne die Zwischenschaltung
der Gewerkschaften zwar ungern, können ihren Bestand jedoch ange⸗
sichts der in den meisten Staaten der U.S.A. bestehenden Möglichkeit,
Arbeitnehmer wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft zu ent⸗
lassen, in nennenswertem Umfange nicht schmälern. Dagegen streben
die deutschen Gewerkschaften in jedem Falle einer neuen Konzen⸗
tration mit allen Mitteln und meist mit Erfolg danach, die Belegschaft
des neuen Großunternehmens in möglichst gleichartige kollektive
Arbeitsoerhältnisse einzufügen, mit und ohne die Hilfe der staat⸗
lichen Gesetzgebung, die das Zustandekommen von Tarifvertraͤgen
und damit die Stellung der Gewerkschaften als Vertragskontrahenten
durch die Erklaͤrung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifvertraͤge
für den betreffenden Gewerbezweig weitgehend unterstützt.
Dabei soll nicht geleugnet werden, daß das unmittelbare Verhaͤltnis
von Mensch zu Mensch, zwischen Arbeitgebern, Werkmeistern und
Arbeitnehmern in den Vereinigten Staaten von Amerika im allge⸗
meinen wesentlich demokratischer ist, als auf dem Kontinent, als vor
allem in Deutschland. Arbeiter und Betriebsbeamte reden einander oft
mit Vornamen an und ähnliche Formen gebraucht wohl auch der
Unternehmer zeitweilig dem Personal gegenüber. Dabei ist das Ver⸗
haltnis aber eben nur demokratisch und keineswegs patriarchalisch. Eine
engere, gefühlsmäßige Bindung des Arbeitnehmers an den Betrieb
gehört zu den Ausnahmen. Jedenfalls kann gesagt werden, daß die
Abneigung der Amerikaner gegen wirtschaftsdemokratische Verein⸗
barungen in etwa wenigstens kompensiert wird durch eine freiwillige,
unerzwungene und ungezwungene Betriebsdemokratie, deren selbst⸗
verständliche und angenehme Formen jedoch in keiner Weise durch ge⸗