Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

V. Anwen dungsgebiete der Rationalisierung — 4. Der Handel 95 
teilung mit dem Sitz in Mannheim. Die Hauptaufgaben des In⸗ 
stituts betreffen: 1. Die möglichst vollklommene Einrichtung der Werk⸗ 
statt des Handwerkers, 2. die Vermittlung des größten Maßes 
technischer Kenntnisse, z. die kaufmaͤnnische Organisation des Hand⸗ 
werksbetriebs. Diese Aufgaben sucht das Institut mit Hilfe von 
Vortraͤgen, Druchschriften, der Erteilung von Ratschlägen und Aus⸗ 
rünften, Veranstaltung von Ausstellungen usw. zu entsprechen. Es 
besteht die Absicht, das Forschungsinstitut mit der Arbeitsgemeinschaft 
deutscher Handwerkskultur und dem wirtschaftswissenschaftlichen 
Forschungsinstitut für Handwerkspolitik zu einem einheitlichen 
Institut für Handwerkswirtschaft zusammenzufassen. 
4. Der Handel 
Bei der gewerblichen Betriebszaͤhlung vom 16. Juni 1925 sind in 
Deutschland 942 860 Handelsbetriebe ermittelt worden. In diesen 
Betrieben waren tätig 3758 584 Personen (Erwerbstätige zuzüglich 
Familienangehörige) — 696 der deutschen Reichsbevölkerung. Ver⸗ 
gleicht man die Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung von 1907 
und 1925, so findet man, daß die Betriebs⸗ und Personenzahl sich 
im Handel während dieser Zeit um beinahe die Hälfte (46,2) ver⸗ 
mehrt hat. Der Hausier- und Straßenhandel ist sogar um 14456 
gewachsen, die Zahl der darin beschaͤftigten Personen ist um 1539 ge⸗ 
stiegen. In den ausgesprochenen Handelsstädten wie Hamburg und 
Bremen, ist bereits jeder Vierte im Handelsgewerbe taͤtig. In der 
Warenverteilung im weiteren Sinne, d. h. in Handel und Verkehr, 
in Hamburg sogar fast jeder Zweite, in Bremen jeder Dritte. 
Angesichts dieser außerordentlichen Zunahme der Handelsbetriebe 
und der im Warenhandel beschaͤftigten Personen, ist es naheliegend, 
daß die Diskussion über die Rationalisierung des Handels im wesent⸗ 
lichen im Hinblick auf die starke Übersetzung des Handels geführt wird. 
In der Tat ergibt eine naͤhere Prüfung, daß die Durchführung tech⸗
	        
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