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Vergegenwärtigen wir uus die finanziellen Anforderungen , welche die Lösung des
Garantieverhältnisses an die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft stellte.
Vor Allem war an den Staat zur Tilgung der empfangenen Vorschüsse die Abfindungs
summe von 2,750.000 fi. zu zahlen. Die Zinsen vom 1. Jänner 1869 betrugen rund 600.000 fi.;
hiezu die Steuerreste seit 1. Jänner 1868, die nicht hatten entrichtet werden können, insolange
nicht der Modus der Aufteilung derselben zwischen den beiden Reichshälften vereinbart war,
im Betrage von 930.000 fl. ; im Ganzen also 4,280.000 fl. Wenn nun auch zur Zahlung dieser
Summe 4 sechsmonatliche Raten bedungen waren, so musste doch Vorsorge für die Flüssig
machung derselben getroffen werden.
Damit waren jedoch die Bedürfnisse der Gesellschaft nicht gedeckt. Der Fessel der
staatlichen Bevormundung ledig, musste sie sich für die Zukunft rüsten.
Nun hatte allerdings die Gesellschaftsverwaltung im Laufe der letzten Jahre zu wieder
holten Malen die Grenzen durchbrochen, welche die Zusatzbestimmungen zu dem Garantie
vertrage gezogen; sie hatte, statt den Fahrfundus dem Actiencapitale entsprechend zu reduciren.
denselben durch verschiedene Gelegenheitskäufe auf der unerlässlich noth wen di gen Höhe
erhalten; am 1. November 1868 noch hatte sie 3 Güterdampfer und 26 Schleppboote von der
Wien-Fester Remorqueurgesellschaft an sich gebracht. Als dann 1869 die Ketten- und Draht
seilschiffahrt auf anderen Strömen, namentlich dort, wo ungünstiges Fahrwasser und Untiefen
der Beschiffung Hindernisse bereiten, überraschende Erfolge errang, zögerte sie nicht, die
Neuerung auch auf der Donau zu versuchen. Sie erwarb ein Privilegium für eine specielle Art
von Drahtseilschiffen, acquirirte Ketten und Drahtseile, baute Toueurs und übte das neuartige
Schiffahrtssystem zwischen Pressburg und Theben ein, um dasselbe, wenn es sich erprobt, auf
der ungarischen Donaustrecke und speciell auf der seichten Linie zwischen Pressburg und Pest zur
Anwendung zu bringen. Und ebensowenig hatte sie Bedenken getragen, auf ihrer Werfte in
Altofen die erforderlichen Neubauten in Angriff nehmen zu lassen, um für den erhofften Fremden
zuzug zur Weltausstellung im Jahre 1873 gerüstet zu sein und zugleich in derselben Zeugniss
ablegen zu können von der Leistungsfähigkeit ihrer industriellen Etablissements. Ueberdies
konnte man sich nicht verhehlen, dass eine nicht geringe Zahl von Dampfern älterer Construction
einer gründlichen Umgestaltung, wenn nicht des gänzlichen Umbaues, bedürfen.
In Folge dieser Anschaffungen, der vollständigeren Ausrüstung der Mohäcs-Fünf-
kirchener Eisenbahn und anderer Verwendungen, hatte die schwebende Schuld, trotz der im
Jahre 1870 realisirten Silberanleihe im Betrage von 3,000.000 fl., abermals die Höhe von
4,000.000 fl. erreicht; die nunmehr in Aussicht stehende Wiederausgabe der rückgelösten
Actien reichte aber kaum aus, die Schuld an den Staat zu decken.
Zudem erheischten die gesellschaftlichen Kohlenwerke neue Investitionen, um in
den Stand gesetzt zu werden, aus dem beschränkten Rahmen eines Kohlenlieferanten für den
Regiebedarf herauszutreten und ihrer vollen Ertragsfähigkeit näher zu rücken. Denn wenngleich
schon Ende 1871 die Anzahl der abgeteuften Schachte an den Gruben auf 40 gestiegen war,
in welchen 28 Dampfmaschinen mit 50 Kesseln zusammen von 783 Pferdekräften die
verschiedenen technischen Verrichtungen leisteten, und weitere Maschinen und Kessel in der
Aufstellung begriffen waren; wenngleich ferner das Beamten- und Arbeiterpersonale, zusammen
2895 Seelen zählend, in 200 Coloniegebäuden Unterkunft und Heimstätte fand, und für
die geistigen und materiellen Bedürfnisse der colonisirten Einwohnerschaft durch eine Kirche,
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