Full text : Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

nisse, ihrer verschiedenen Deckungsmöglichkeiten und der sich
erst daraus ergebenden Markt- und Preisverhältnisse. Eine Bedarfssystematik
 fehlt noch ganz: Für fehlende klare Begriffe stellen
sich wohl Worte ein, aber diese laufen um wie abgegriffene Münzen,
 ihre Prägung geht verloren: mit Schlagworten wird diskutiert,
 aber aneinander vorbei geredet und geschrieben und deshalb
keine Verständigung erzielt.
Eine geistige Zusammenarbeit der Nationen für wirtschaftliche
Verständigung im allgemeinen hat zunächst das grundlegende
Gebiet der Wirtschaft mit anorganischen Rohstoffen in seiner
Systematik zu klären und zu fördern. Gleichsam als Arbeitshypothese
 hierzu schlage ich vor, die Gründung eines Internationalen
 Instituts für Bergwirtschaft ins Auge zu fassen und
ernsthaft vorzubereiten.
Ein Vergleich mit dem internationalen Institut für Landwirtschaft
 in Rom liegt nahe, obgleich für die Landwirtschaft die
Verhältnisse viel einfacher und naheliegender waren, als sie gerade
 heute für die Bergwirtschaft sind. Immerhin darf auf die
Erfolge dieses Instituts in Rom hingewiesen werden; was hier zum
Segen der Allgemeinheit erreicht wurde, ist bei ehrlichem Willen
und nach Schaffung der geistigen Grundlage auch für die Montanindustrie
 der Welt erreichbar.
Sollte es aber aus irgendeinem Grunde nicht für opportun gehalten
 werden, gegenwärtig gerade die Bergwirtschaft durch die
Cooperation intellectuelle unter die Lupe zu nehmen, so möchte
ich vorschlagen, ganz allgemein für die Wirtschaftswissenschaft
 überhaupt Systematik, Terminologie und Nomenklatur
international und zunächst ganz ohne einseitige praktische oder
spezielle Rücksichten zu prüfen und zu vereinheitlichen: man
wird finden, wie die wissenschaftliche Wirtschaftsliteratur voll inkongruenter
 Begriffs- und Wortbildungen steckt, und daß großenteils
 allein aus diesem Grunde Verständigung und Frieden nur
schwer zu erreichen sind.
Man könnte vermuten, daß es auf dem — neben Wissenschaft,
Technik und Wirtschaft — vierten großen Geistesgebiet, dem der
Politik, bezüglich der internationalen Terminologie noch schlim-(26


            
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