13. Aufbau und Ziele
des neuen amerikanischen Kupferinstituts
(Nach V.D.I.- Nachrichten v. 4. 1. 28)
Dem neuerrichteten „Copper Institute“, dessen ersten und zweiten
Vorsitzenden der Guggenheim-Konzern und die Anaconda Copper
Mining Co. (Präsident Kelley) stellen, haben bereits 95%
aller nord- und südamerikanischen Kupferhersteller ihren Beitritt
zugesagt. Von den größeren Firmen sind es die Kennekott Copper
Co., American Smelting & Refining Co. und Anaconda Copper Co.
mit Ohite Copper usw. Nach den Satzungen soll der Kupfermarkt
durch Monopolbestrebungen nicht beeinflußt werden. Geplant ist
hauptsächlich die Klarlegung der wirklichen Erzeugungskosten
für die Einheit des roten Metalls, ferner die beständige
Offenlegung (!) der Verkaufs- und Absatzzahlen. Dies soll auch den
Behörden gegenüber gelten, denen Büchereinsicht gestattet ist. Zu
diesem Zweck werden regelmäßig von sämtlichen angeschlossenen
Firmen den Bücherrevisoren Price, Waterhous & Co. alle einschlägigen
Angaben gemacht, die diese vertraulich und nach einheitlichen
Grundsätzen zu bearbeiten haben. Allerdings besteht vorerst
keine unmittelbare Pflicht zur beständigen Berichterstattung,
und dies läßt den Wert der „Offenlegung“ etwas zweifelhaft erscheinen.
Vorgesehen ist für später die Möglichkeit der Aufnahme
auch nichtamerikanischer Firmen, ferner von kupferverarbeitenden
Unternehmungen; dies wurde mit Rücksicht auf bereits bestehende
vertikale Organisationen, z. B. bei der Anaconda Copper
Co., beschlossen.
Das Copper Institute soll nicht in Wettbewerb treten mit dem
amtlichen „American Bureau of Metal Statistics“ und der
„Copper and Brass Research Association“, der großen Propagandastelle
der amerikanischen Kupfererzeuger. Das „Copper Institute“
soll deren Aufgaben lediglich ergänzen und wird zunächst u.a. die
monatliche Ausbeute der Gruben, dann die Vorräte am Ende eines
jeden Monats, die wöchentlichen Verkäufe und die für die nächsten
drei Monate vorgesehenen Verkäufe an die Industrie im voraus
feststellen, und zwar die Verkäufe nach dem In- und Ausland.
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