vottgewollt zu verherrlichen: z. B. Staatsverfassungen und -ver-
träge, Boden- und Bergrechte, Klassenansprüche und Tarife,
Rentenansprüche und Zinssätze, Lehrpläne und Prüfungen usw.
Vielmehr müssen wir uns vielleicht grundsätzlich zur Dynamik
bekennen, in der Bewegung und Veränderung das Leben ver-
ehren, Kriege und Umsturz als Stromschnellen und Wasserfälle
ansehen, die Gärungen der Jugend anerkennen und klären helfen,
die Rechtsordnung als eine Funktion der Bewegung gestalten,
die Berg- und Bodenrechte der veränderten Wirtschaftslage an-
passen, die Wirtschaft der jeweils möglichen Technik unter-
ordnen und die Politik nicht auf starrem Herkommen, sondern
auf dynamischer Leistung basieren.
Das alles sind Redensarten —, ganz gewiß, nämlich für den,
der nur aus dem statischen Prinzip heraus denken kann. Wer
aber nur einmal versuchsweise grundsätzlich, ich möchte sagen
mathematisch, anders d. h. dynamisch denkt, der ahnt vielleicht
doch den tieferen Sinn aller Relativität —, und das ist eben das
Funktionale, das dynamische Prinzip.
Gewiß, wir bewegen uns hier an den Grenzen unserer Vor-
stellungskraft; aber schon dieses Grenzbewußtsein ist ein Ge-
winn, nämlich für Bescheidenheit und Duldsamkeit. Bestehen
überhaupt die beiden Möglichkeiten, Statik und Dynamik, so
müssen wir auch mal den dynamischen Weg versuchen. Führt
er uns nur etwas weiter heraus aus dem Wirrwarr der Zeit, so
hat er auch eine gewisse Berechtigung. Und mehr sollte hier
nicht behauptet werden.
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