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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
Nun will ich mich mit einem kühnen Sprung auf das Zirkular
stürzen, das der getreue Ekkehard der Empfehlungskarte ist.
Man wird mir sogleich bestätigen, daß diese beiden wirklich
und wahrhaftig „zusammengehören‘. Name soll auch hierbei
Schall und Rauch sein, denn Schall und Rauch finden wir in
dem entzückenden Zirkular reichlich, wie man auf Seite 181
sehen wird.
Einer also deutlich redenden Werbeschrift brauche ich
wirklich nichts hinzuzufügen. Außerdem muß ich nun selbst
bei Anwendung meiner Muttersprache vorsichtig sein, denn:
mir wird von alle dem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im
Kopfe herum. So sagt der Schüler in Goethes Faust, und so
sage auch ich, wenn eine solche Schülerarbeit in meine Hände
kommt. Doch trotz des Mühlrades im Kopf will ich versuchen,
nun einmal ernsthaft zu reden. Denn in der so vergnüglich
ausschauenden Geschichte steckt ein bitterernster Kern.
Es ist überflüssig, noch ein Wort darüber zu verlieren,
welchen Eindruck eine solche Empfehlungskarte, ein solches
Zirkular auf den deutschen oder deutschsprechenden Emp-
fänger machen muß. Aber die Nutzanwendung, die jeder inter-
nationale Hotelfachmann aus dieser heiter-ernsten Groteske
ziehen muß, kann gar nicht deutlich genug herausgehoben
werden!
Jedwede Werbeschrift, ganz gleich in welcher Sprache, muß
orthographisch und stilistisch einwandfrei und vollkommen
sein. Nur dann bietet sie Gewähr, daß sie ihren Werbezweck
auch wirklich erfüllt. Mit dem bisher von vielen Hotelbetrieben
geübten Brauch, die Ausarbeitung oder die fremdsprachliche
Übersetzung des Textes einem Angestellten oder sonst irgend
jemand zu übertragen, über dessen wirkliches Können man
nicht im Bilde ist, muß unbedingt und gründlich gebrochen
werden. Für die Ausarbeitung des wichtigen Werbematerials
ist die allerbeste Kraft gerade gut genug. Jede hier geübte Spar-
samkeit ist Sparen am falschen Platz. Solche Sparsamkeit rächt
sich immer, und dadurch wird die Geschichte viel, sehr viel
teurer, als sie gekostet haben würde, wenn man die Arbeit gleich
in die richtigen Hände gelegt hätte.
Wie wichtig und wie notwendig die kritische Nachprüfung
des Werbematerials vor der endgültigen Drucklegung durch
einen dieses Feld und auch die Sprache beherrschenden, er-
fahrenen Fachmann ist, habe ich wiederholt erlebt. Man hat