Metadata: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

^ 5i Nr- 2405. 
Her Aufschwiing^ der Handwerksämter im i6. Jahrhundert. IIj 
Spuren sich völlig verloren hätten, erscheint bei dem heutigen 
tande der Forschung müssig. 
' Von den Gesellen wird uns aus zwei Jahrhunderten wenig 
Jin e. Die uns erhaltene Nachricht vom Ausbruche einer Arbeits 
einstellung seitens der Maurergesellen in Neu-Pernau ' steht ver 
einzelt da. Jene Niederlegung der Arbeit erfolgte nicht aus Unzu- 
^ iGdenheit der Gesellen mit ihren Verhältnissen, sondern weil sie 
ei" Rohheit eines Genossen nicht Zusehen mochten und mit ihm, 
S eich ein Schiedsgericht eine Versöhnung angestrebt hatte, 
pi^^t länger zusammen arbeiten wollten. Die Thatsache, dass der 
^i'nauer Rath nach Reval schrieb, wohin die Strikenden sich ge- 
(^Gm Ersuchen an den Rath die Säumigen zu 
i’fer Pflicht zurückzuführen und dem betroffenen Meister zu seinem 
c te zu verhelfen, beweist, dass die Obrigkeit damals noch die 
^ ^Sellen ziemlich in ihrer Hand zu haben hoffen konnte. Von 
orschaften der (lesellen werden uns nur drei namhaft gemächt, 
Qj^i ^'ivon erst am Ausgange des sechszehnten Jahrhunderts. Die 
g ^^^rgesellen hatten eine Verbindung seit 1542, die Tischlerge- 
seit 1575, (lio Schlosser-, Sporen-, Büchsen- und Uhrmacher- 
^ ollen Seit 1581. Die letztere bestand längere Zeit, zwar mit 
j *^^^idss der Meister, aber ohne (Genehmigung des Raths, die erst 
593 oingeholt wurde. 
zue ist, dass gegen Ende des 16. Jahrhunderts 
die Verbindungen undeutscher oder, wie man sie später 
g , oinheimischer Gewerbetreibender auftauchen. Es wurde 
çj j ^ darauf hingewiesen, dass Knaben „undeutscher Abkunft“, 
de ^^^^(^ischen, zunächst wohl weniger russischen Ursprungs in 
An^tern keine Aufnahme fanden und somit ursprünglich darauf 
de ^^ar den erforderlichen Nachwuchs aus den eingewan- 
^^^'^‘'Chen Handwerksfamilien zu erhalten, beziehungsweise 
^ durch ferneren Zuzug aus dem Auslande zu ergänzen. Indess 
Q ^ das auf die Dauer Schwierigkeiten gehabt haben, bei gewissen 
auch eine unverkennbare Neigung oder bestimmte 
^ der Einheimischen dazu geführt haben, ihnen den Zutritt 
T . Ämtern nicht zu verweigern. So finden sich die Ämter der 
Weber und der Kürschner sowohl von Deutschen als Un 
de 
°dor „Lieffländern“ (d. h. 
von 
doch wohl Letten) besetzt. 
dem Verzeichniss derjenigen Mitglieder, die dem Amte
	        
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