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Her Aufschwiing^ der Handwerksämter im i6. Jahrhundert. IIj
Spuren sich völlig verloren hätten, erscheint bei dem heutigen
tande der Forschung müssig.
' Von den Gesellen wird uns aus zwei Jahrhunderten wenig
Jin e. Die uns erhaltene Nachricht vom Ausbruche einer Arbeits
einstellung seitens der Maurergesellen in Neu-Pernau ' steht ver
einzelt da. Jene Niederlegung der Arbeit erfolgte nicht aus Unzu-
^ iGdenheit der Gesellen mit ihren Verhältnissen, sondern weil sie
ei" Rohheit eines Genossen nicht Zusehen mochten und mit ihm,
S eich ein Schiedsgericht eine Versöhnung angestrebt hatte,
pi^^t länger zusammen arbeiten wollten. Die Thatsache, dass der
^i'nauer Rath nach Reval schrieb, wohin die Strikenden sich ge-
(^Gm Ersuchen an den Rath die Säumigen zu
i’fer Pflicht zurückzuführen und dem betroffenen Meister zu seinem
c te zu verhelfen, beweist, dass die Obrigkeit damals noch die
^ ^Sellen ziemlich in ihrer Hand zu haben hoffen konnte. Von
orschaften der (lesellen werden uns nur drei namhaft gemächt,
Qj^i ^'ivon erst am Ausgange des sechszehnten Jahrhunderts. Die
g ^^^rgesellen hatten eine Verbindung seit 1542, die Tischlerge-
seit 1575, (lio Schlosser-, Sporen-, Büchsen- und Uhrmacher-
^ ollen Seit 1581. Die letztere bestand längere Zeit, zwar mit
j *^^^idss der Meister, aber ohne (Genehmigung des Raths, die erst
593 oingeholt wurde.
zue ist, dass gegen Ende des 16. Jahrhunderts
die Verbindungen undeutscher oder, wie man sie später
g , oinheimischer Gewerbetreibender auftauchen. Es wurde
çj j ^ darauf hingewiesen, dass Knaben „undeutscher Abkunft“,
de ^^^^(^ischen, zunächst wohl weniger russischen Ursprungs in
An^tern keine Aufnahme fanden und somit ursprünglich darauf
de ^^ar den erforderlichen Nachwuchs aus den eingewan-
^^^'^‘'Chen Handwerksfamilien zu erhalten, beziehungsweise
^ durch ferneren Zuzug aus dem Auslande zu ergänzen. Indess
Q ^ das auf die Dauer Schwierigkeiten gehabt haben, bei gewissen
auch eine unverkennbare Neigung oder bestimmte
^ der Einheimischen dazu geführt haben, ihnen den Zutritt
T . Ämtern nicht zu verweigern. So finden sich die Ämter der
Weber und der Kürschner sowohl von Deutschen als Un
de
°dor „Lieffländern“ (d. h.
von
doch wohl Letten) besetzt.
dem Verzeichniss derjenigen Mitglieder, die dem Amte